Präsentieren, schreiben & veröffentlichen

14.12.2016 – Es ist geschafft! Mein Vortrag im Seminar „Denkwerkzeuge im Wissensmanagement“ liegt inzwischen hinter mir. Ich habe über die Themen präsentieren, schreiben & veröffentlichen referiert und freue mich sehr, dass die Präsentation mit meinem speziellen Denkwerkzeug so reibungslos verlaufen ist. Außerdem möchte ich mich herzlich für die anregenden Diskussionen im Plenum bedanken, sie haben die Präsentation sehr bereichert. Damit die Informationen, die im Laufe der Stunde gegeben wurden, nach Ablauf der Seminarzeit nicht verloren gehen, wird zum Einen der Link meiner Prezi-Präsentation bereitgestellt, zum Anderen werden die Informationen über diesen Blog veröffentlicht und auch für Mitglieder des Seminars, die nicht bei der Präsentation dabei sein konnten, verfügbar gemacht. Für alle, die nicht dabei waren folgt hier nun also eine schriftliche Zusammenfassung des Referats. Viel Freude beim Lesen!

Link der Präsentation:

http://prezi.com/2pvsegbfekbs/?utm_campaign=share&utm_medium=copy&rc=ex0share

ubersicht-vollbild

agenda-vollbild

  1. Die Bedeutung der Weitergabe von Informationen

Die Weitergabe von Informationen ist ein zentraler Aspekt im Kontext des Studiums. Jeder Studierende muss über kurz oder lang Referate halten, Haus- und Abschlussarbeiten verfassen und in den Vorlesungen sind computergestützte Präsentationen und wissenschaftliche Veröffentlichungen an der Tagesordnung. All diese Hürden im Studium dienen dazu, den Studierenden Neues beizubringen und sich zusätzlich die Kompetenzen im Weitergeben von Informationen anzueignen, damit sie ihrerseits in der Lage sind, Anderen das Gelernte zu vermitteln. Denn nicht nur das selektive Suchen, Sammeln und Strukturieren von Informationen ist wichtig, die Informationen müssen in vielen Kontexten auch an andere Personen weitergegeben werden, damit das Wissen nicht über kurz oder lang verloren geht. Zudem ermöglicht die Weitergabe von Informationen eine schnellere und innovativere Entwicklung von neuen Ideen und Konzepten, da eigene Forschung auf bereits vorhandenem Wissen aufgebaut werden kann. Kurz gesagt: Würden Andere ihr Wissen nicht an uns weitergeben, hätten wir überhaupt keine Informationen, die wir suchen, sammeln oder strukturieren könnten und wir müssten stets mit den Grundlagen eines Problems beginnen.

 

Es ist also wichtig seine Erkenntnisse mit Anderen zu teilen, doch wie kann ich mein Wissen so aufbereiten, dass es für Außenstehende zugänglich, ansprechend und verständlich ist? Dafür gibt es verschiedenste Möglichkeiten der Weitergabe von Informationen, seien sie auditiv oder visuell. Folgende Methoden sollen im Folgenden näher erläutert werden: die mündliche, visuell unterstützte Präsentation, die schriftliche Fixierung und die sich daran anschließende Veröffentlichung von schriftlich festgehaltenen Gedanken.

  1. Die Präsentation

prasentieren

Die computergestützte Präsentation ist die Form von Informationsweitergabe, denen sich die Studierenden im Fach Psychologie am häufigsten gegenüber sehen. Dennoch standen die Seminarteilnehmer den Referaten mit gemischten Gefühlen gegenüber. Sie berichteten von einer Vielzahl von Problemen, die bei einer Präsentation auftreten können: von überladenen oder nichtssagenden Folien bis hin zu einem Verlust des roten Fadens während des Referates. Auch die Festlegung und Einhaltung einer Struktur, die durch den Vortrag führt, wurde als große Herausforderung beschrieben. Es folgte eine kurze Diskussion darüber in welcher Reihenfolge Vortrag und Präsentationsfolien erstellt werden sollten, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Denn bei vielen Studierenden erfolgte die Folienerstellung bereits ganz zu Beginn während der Ausarbeitung der Inhalte, was sie jedoch selbst im Verlauf der Debatte kritisierten. Sie berichteten ein Gefühl von Begrenzung der kreativen Möglichkeiten sobald die ersten Folien fertig gestellt waren, gleichzeitig äußerten sie jedoch auch einen Widerwillen, bereits erstellte Folien wieder zu löschen, weshalb es zumeist bei den Ideen des ersten Entwurfes bliebe und nur noch geringfügige Änderungen vorgenommen würden. Im Rahmen der Frage, wie ein solches organisatorisches Problem gelöst werden könnte, erfolgte ein kurzer Exkurs in die Präsentationsphilosophie von Garr Reynolds, der in seinem Buch „ZEN oder die Kunst der Präsentation“, die analoge Planung von Referaten empfiehlt. Unter analoger Planung versteht er dabei zunächst den kompletten Verzicht auf computergestützte Präsentationsprogramme. Stattdessen sollen die Kernideen der Inhalte, sowie die Struktur und ein möglicher Ablauf der Präsentation zu Beginn der Erarbeitung des Vortrages mit Papier und Stift, Whiteboards oder Post-it-Notizen festgehalten werden. Den Computer und somit die Foliengestaltung ordnet er erst zu dem Zeitpunkt an, an dem das gesamte Referat inhaltlich steht und der Referierende sich über die Kernaussage seines Vortrages im Klaren ist. Reynolds Ansatz wurde von den Seminarteilnehmern positiv aufgefasst, da hier strategische Ziele im Mittelpunkt stehen und die vorgestellte Strategie auf verschiedenste Referatsthemen anwendbar ist. Als Nachteil dieser Methode wurde allerdings der erhöhte Zeitaufwand genannt, welcher bei der gleichzeitigen Erstellung von Vortrag und Folien (und somit dem Verfolgen von operativen Zielen) nicht gegeben ist.

2.1 Die Ziele einer Präsentation und die Ableitung von Anforderungen an deren Denkwerkzeuge

Aus den oben genannten Schwierigkeiten beim Präsentieren leiteten die Seminarteilnehmer anschließend ihre Ziele ab, die sie verfolgen, wenn sie ein besonders gutes Referat mit einer besonders guten visuellen Unterstützung vorlegen möchten. Als wichtigste Ziele wurden hier beispielsweise das Fesseln der Zuhörer, sowie der unumstritten im universitären Kontext wichtige Lernaspekt der Zuhörer genannt. Außerdem wollten die Seminarteilnehmer sich ungern in ihrer eigenen Präsentation verlieren und setzten deshalb das Ziel, jederzeit die Kontrolle über den Verlauf des Referates zu behalten. Doch was bedeuten diese Ziele eines jeden Referenten nun für mögliche Denkwerkzeuge, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Referate jeglicher Form ansprechender und effektiver zu gestalten? Welche Denkwerkzeuge gibt es für Präsentationen und welche Anforderungen müssen sie erfüllen, um den Referenten eine Hilfe zu sein?

Wenn es darum geht, die soeben formulierten Ziele einer Präsentation auf Denkwerkzeuge anzuwenden, so wäre der erste Impuls einer Antwort vermutlich: „Wie soll mir denn ein Werkzeug dabei helfen Dinge verständlich zu erklären? Und wie soll es dafür sorgen, dass die Leute mir zuhören?“ Natürlich hängt der Erfolg eines Referats immer zu einem gewissen Anteil von der Kompetenz des Sprechers ab, egal wie gut das von ihm verwendete Werkzeug ist. Allerdings kann ein Denkwerkzeug mehr Unterstützung liefern, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. So kann es zwar nicht für den Referenten sprechen, doch es gibt andere Möglichkeiten, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu gewinnen und aufrecht zu erhalten, beispielsweise durch eine lebhafte Gestaltung der Inhalte. So könnte eine Anforderung an Denkwerkzeuge zum Präsentieren sein, dass sie verschiedene Layouts anbieten oder dass sich Bilder, Diagramme und Tabellen leicht integrieren lassen, um eben diese lebhafte Gestaltung zu ermöglichen. Zudem würde die Möglichkeit multimedial zu arbeiten die Aufmerksamkeit der Zuhörer wecken (z.B. Einsatz von Videos oder Sounds) und die kurze und knappe Darstellung von Inhalten würde eine mögliche Ablenkung von den wesentlichen Kernaussagen minimieren. Auch bei der Vermittlung von Wissen kann ein Denkwerkzeug einiges an Unterstützung bieten. Zwar kann es keine selbstständigen Erklärungen für komplexe Sachverhalte bieten, jedoch kann es durch eine gute Struktur der Informationen das Verständnis der Themen erleichtern. Um eine gute Struktur zu gewährleisten, könnte eine Anforderung an das Werkzeug sein, dass es beispielsweise Übersichtsdarstellungen oder Inhaltverzeichnisse ermöglicht, die den Zuhörern zeigen, in welchem Abschnitt der Präsentation sie sich gerade befinden und in welchen Kontext das Gesagte eingeordnet werden muss. Um eine lebhafte Interaktion zwischen Zuhörern und Referenten zu ermöglichen, wäre zudem ein Werkzeug von Vorteil, welches sich flexibel den Gegebenheiten der Präsentation anpassen lässt, beispielsweise indem Ergänzungen durch das Publikum direkt in die Präsentation übernommen werden können. Und auch das letzte der drei Ziele kann von einem Denkwerkzeug zum Präsentieren unter bestimmten Bedingungen erreicht werden. Wie in der Diskussion bereits festgestellt wurde, ist es nämlich nicht nur von Bedeutung, dass die Zuhörer dem Gesagten folgen können auch der Referent muss sich mit seiner Präsentation wohl fühlen und stets im Hinterkopf behalte, was er als nächstes sagen möchte. Für ein Werkzeug wäre es demzufolge wichtig, dass es den Referenten bei seinem Vortrag unterstützt, sei es durch die Anzeige einer Uhrzeit oder das mitlaufen einer Stoppuhr, um ihm zu zeigen, wie viel Zeit er noch hat, bis hin zu einer komplexen Referentenansicht, die die nachfolgenden Folien oder abgelegte Notizen anzeigt. Darüber hinaus macht es einem Referenten das Leben sehr viel leichter, wenn er ein Werkzeug universell für verschiedenste Präsentationen einsetzen kann und die Handhabung des Programms möglichst unkompliziert und einfach ist.

Es gibt also eine Vielzahl von Kriterien, die ein Denkwerkzeug zum Präsentieren erfüllen muss, um als ein „gutes“ Werkzeug zu gelten. Eine Auswahl dieser Kriterien ist hier noch einmal dargestellt:

  • Lebhafte Gestaltung ermöglichen (z.B. Layouts)
  • Multimedial funktionieren
  • Kurze, prägnante Inhalte darstellen
  • Struktur geben (z.B. Übersichten)
  • Flexibilität bieten
  • Referenten unterstützen (z.B. Stoppuhr)
  • Universal einsetzbar
  • Leichte Bedienung

Anhand dieser Kriterien lassen sich nun verschiedene Denkwerkzeuge miteinander vergleichen. Doch welche Arten von Werkzeugen stehen uns überhaupt zur Verfügung?

2.2 Werkzeuge für Präsentationen

prasentationswerkzeuge

Die ältesten und bekanntesten Werkzeuge zur Unterstützung von verbal vermitteltem Wissen sind zweifellos analoger Natur. So können beispielsweise eine bearbeitete Tontafel, ein beschriebenes Blatt Papier bzw. Pergament oder ein aufwändig gestaltetes Plakat eine mündliche Präsentation unterstützen. Anfang des 20. Jahrhunderts nahmen zudem Overhead- (ab 1927) und Diaprojektoren (1926) zunehmend den Platz an den Rednerpulten ein. In den 1970ern starteten dann erste Versuche, Präsentationen mithilfe von Computern zu erstellen. Große Zustimmung und Unterstützung fanden die Entwickler dabei z.B. durch die NASA, die an hochauflösenden Grafiken für ihre Flugsimulatoren interessiert war und die Projekte aus diesem Grund förderte. Das erste kommerziell nutzbare Präsentationsprogramm wurde 1982 von der Firma Genigraphics herausgebracht, welche von ihrer Vorreiterposition profitierten mit einem Marktanteil von 70% die führende Präsentationssoftware vertrieben.

2.2.1 PowerPoint

Mitte der 80er Jahre bekamen Genigraphics jedoch Konkurrenz von einer jungen Firma namens Forethough, die ebenfalls an einer Präsentationssoftware arbeiteten. Sie legten einen besonderen Schwerpunkt auf die Freiheiten des Users in der Gestaltung seiner Präsentationen und verfolgten das Ziel, die Erstellung von Diagrammen und Grafiken direkt in ihrem Programm zu ermöglichen. 1987 stellten Bob Gaskins und Dennis Austin ihre erste Version von PowerPoint vor. Noch im selben Jahr kaufte Microsoft die Firma Forethough auf und arbeitete an einer Weiterentwicklung der PowerPoint-Idee. Über die Jahre durchlief das Programm eine Reihe von Modifizierungen und Veränderungen, welche zu umfassend sind, um sie im Detail hier aufzuschlüsseln. Aus diesem Grund werden im Folgenden nur einige Meilensteine der Entwicklung von PowerPoint dargestellt. Während die erste Version des Programms noch in schwarz-weiß erstellt wurde, folgte 1988 PowerPoint 2.0 in Farbe. Im Jahre 1990 kam die erste Version für das Windows Betriebssystem heraus, zuvor das das Programm nur für Apple Computer, wie z.B. den Apple Macintosh verwendbar gewesen. Zwei Jahre später war PowerPoint dann auch für Laptops anwendbar, heute ist die Verwendung auch für Tablets mit spezifischen Features zur Steuerung über Berührungen möglich. Doch diese Elemente machen nur einen geringen Teil der unglaublich weit gefächerten Funktionen aus, über die PowerPoint heute verfügt. Von Layouts, über Animationen und die Integration von Bild- und Tondateien bis hin zur Referentenansicht und den Masterfolien gibt es heute nur noch wenig, was mit dem Programm nicht umsetzbar ist. Somit ist PowerPoint nicht nur eines der ältesten und umfangreichsten Programme, es ist auch das mit Abstand am weitesten verbreitete Präsentationsprogramm der Welt. Aktuell werden ca. 95% aller gehaltenen Präsentationen mit PowerPoint erstellt und jeden Tag kommen weltweit etwa 30 Millionen neue Präsentationen dazu (Stand: 2001).

powerpoint

Ansichtsbeispiel des Programms PowerPoint

2.2.2 Keynote & Impress

Jedoch ist PowerPoint nicht das einzige Präsentationsprogramm, welches bei den Nutzern weltweit Anklang findet. Auch das von Apple entwickelte Keynote und das von OpenOffice und LibreOffice vertriebene Impress sind derzeit erfolgreiche Werkzeuge zur Unterstützung von Vorträgen aller Art. Während Keynote ein Apple-Spezifisches Programm ist, welches nur auf den markeneigenen Geräten verwendet werden kann, ist Impress für alle gängigen Betriebssysteme offen. Keynote gleicht dem oben vorgestellten PowerPoint in fast allen Funktionen, die Möglichkeiten der Gestaltung sind nahezu identisch, auch wenn das Interface des Programms sich in vielerlei Hinsicht vom Marktführer unterscheidet. Auch Impress, welches in den 90er Jahren von Marco Börries entwickelt und erstmalig im StarOffice Paket veröffentlicht wurde (ähnlich wie PowerPoint in den verschiedenen Microsoft Office-Paketen), steht den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Konkurrenz in nichts nach. Es zeichnet sich besonders durch seine fünf verschiedenen Ansichtsmodi aus, zwischen denen der User während der Erstellung seiner Präsentation wechseln kann. So unterscheidet das Programm beispielsweise zwischen dem „normalen“ Modus, in dem die aktuelle Folie gezeigt wird, an welcher der User gerade arbeitet, und Modi für die Gliederung, Notizen, Handzettel und die Foliensortierung. Diese Ansichtsmöglichkeiten sind in anderen Programmen wie Keynote und PowerPoint miteinander kombiniert und zum Großteil zeitgleich auf dem aktuellen Bearbeitungsbildschirm zu sehen.

So unterschiedlich das Marketing und die individuelle Handhabung von Keynote und Impress sein mögen, eines haben die beiden Programme in jedem Fall miteinander gemein: das Grundprinzip ihrer Arbeitsweise. Beide basieren nämlich (wie auch der Marktführer PowerPoint) auf dem Prinzip der sogenannten „Slides“. Dieser Begriff, der auch mit dem Wort „Dia“ übersetzt werden kann, zeigt die enge Verbundenheit der computergestützten Präsentationsprogramme zu den oben bereits erwähnten Diaprojektoren der 1920er Jahre. Charakteristisch für Diashows ist bis heute die Form der Darbietung der gezeigten Bilder, welche nacheinander in einer bestimmten Reihenfolge erfolgt. An diesem Prinzip orientieren sich heute die meisten Präsentationssoftwares. Es werden verschiedene „Slides“ erstellt, welche nacheinander dargeboten werden. Dabei ist während der Präsentation immer nur die aktuelle Folie sichtbar und die Anordnung der einzelnen Slides erfolgt stets so, dass sie einer zuvor festgelegten Struktur folgen, die dem Zuhörer das Verständnis des Gesagten erleichtern soll. Doch ist diese Form der Darstellung die einzige Möglichkeit, um Präsentationen wirkungsvoll zu unterstützen? – Nein.

keynote

Ansichtsbeispiel des Programms Keynote

impress_de_gliederungsansicht

Gliederungsansicht des Programms Impress

2.2.3 Prezi

Ein Programm, welches von den etablierten Präsentationssoftwares abweicht, ist das Programm Prezi. Dabei handelt es sich um eine cloudbasierte Software, bei der Präsentationen zumeist online erstellt werden. Aktuell nutzen etwa 75 Mio. User das Programm mit seinen unterschiedlich umfangreichen Paketen. Die ausschließlich online-basierte und am wenigsten umfangreiche Version ist für den User kostenlos, dafür werden alle erstellten Präsentationen in der Cloud gespeichert und sind frei im Netz zugänglich. Sollen Präsentationen auf dem eigenen Rechner gespeichert und offline bearbeitet werden können, so erheben die Entwickler des Programms dafür eine Nutzungsgebühr. Anders als der Großteil der heute führenden Präsentationsprogramme arbeitet das 2009 von Arvai, Halácsy und Somlai-Fischer entwickelte Programm nicht nach dem Slide-Prinzip. Die Erstellung von Präsentationen orientiert sich eher an der Erstellung von Mind-Maps und verfolgt somit einen etwas anderen Ansatz als die Programme der Slide-Technik. Die gesamte Präsentation, welche aus einer Vielzahl von „Folien“ oder Folienabschnitten besteht, kann durch Pfeile, Linien oder Ebenenwechsel miteinander verbunden werden. Durch ein hinein- oder hinauszoomen im beliebig großen Präsentationsfeld sollen sowohl die Zusammenhänge zwischen den einzelnen „Folien“ deutlich gemacht werden, als auch der Überblick über das große Ganze nicht aus den Augen verloren werden. Für stark durchstrukturierte oder wiederkehrende Präsentationen kann ein sogenannter „Pfad“ angelegt werden, in dem die Reihenfolge der einzelnen „Folien“ festgelegt werden kann. Der Vortrag kann jedoch auch ohne festgelegte Struktur individuell dem Verlauf der Präsentation angepasst werden, indem der Referent spontan die einzelnen Elemente seiner „Mind-Map“ präsentiert. Für einen umfassenderen Eindruck der Funktionsweise von Prezi kann der Link zur Präsentation des hier beschriebenen Referats genutzt werden (Link zu Beginn dieses Blog-Eintrags). Zudem existieren im Internet eine Vielzahl von Prezi-Präsentationen zu den unterschiedlichsten Themenbereichen, welche frei im Netz verfügbar sind.

prezi

2.3 Die praktische Arbeit mit einem Werkzeug

Um den Seminarteilnehmern die Arbeitsweise von Prezi etwas näher zu bringen, folgte im Anschluss an die Vorstellung des Programms eine praktische Sequenz, in der ein Freiwilliger einige Aufgaben mit dem Programm bearbeiten sollte. Die übrigen Seminarteilnehmer konnten dabei die Schritte des Freiwilligen auf dem Bildschirm mit verfolgen. Die Arbeitsanweisungen für den praktischen Teil lauteten dabei wie folgt:

  • Lege mithilfe meines Prezi-Accounts eine neue Präsentation an.
  • Erstelle ein übergeordnetes Thema (z.B. „Informationen“) und untergeordnete Kategorien (z.B. „finden“, „strukturieren“ und „präsentieren“)
  • Verbinde die Unterkategorien mithilfe von Pfeilen mit dem übergeordneten Thema
  • Lege einen Pfad fest, nach dem alle von dir erstellten Elemente der Reihe nach einmal gezeigt werden
praxistest-prezi

Ergebnis der Praxiseinheit mit Prezi

Die Umsetzung der Arbeitsanweisungen beschrieb der Freiwillige im Anschluss als relativ schwierig und kompliziert, da ihm das Programm vollkommen unbekannt war. Ohne Hinweise und Unterstützung hätte die Erfüllung der Aufgaben wahrscheinlich einige Minuten mehr in Anspruch genommen, die leider aufgrund der begrenzten Zeit des Seminars nicht zur Verfügung standen. Denn die Einarbeitung in das Programm erfordert eine gewisse Zeit, da die Funktionsweise sich in vielerlei Hinsicht von dem unterscheidet, was der normale „PowerPoint-User“ von einer Präsentationssoftware gewöhnt ist. So müssen beispielsweise die Rahmen einzelner „Folien“ erst manuell generiert und im Präsentationsfeld platziert werden, bevor eine Bearbeitung dieser vorgenommen werden kann. Zudem ist ein häufiges Anpassen der Größe, sowie eine häufige Umplatzierung von Objekten notwendig, um die gewünschten Zusammenhänge zwischen ihnen optimal wiederzugeben. Positiv hervorgehoben wurde allerdings die hohe Flexibilität bei der Textgestaltung, da sich Textfelder automatisch durch Klicken erzeugen und beliebig im Raum platzieren lassen. Nachdem die Erfahrungen des Freiwilligen und die Beobachtungen der Zuschauer ausgewertet wurden, erfolgte ein Vergleich der Programme PowerPoint und Prezi. Die Kernaspekte dieses Vergleichs finden sich auf den Abbildungen.

powerpoint-toll-najaprezi-toll-naja

Ergänzend zu den dort aufgeführten Punkten lässt sich sagen, dass beide Programme die unter 2.1 erarbeiteten Anforderungen an ein Denkwerkzeug zur Gestaltung einer Präsentation weitgehend erfüllen. Beide Programme bieten eine Vielzahl von Layouts und Animationen, die eine lebhafte und abwechslungsreiche Gestaltung der Folien bzw. Präsentationsfläche ermöglichen, wobei die Layouts bei Prezi und die  Animationen bei PowerPoint vielfältiger sind. Beide Softwares unterstützen ein multimediales Arbeiten. Die Flexibilität und Strukturgebung des Inhalts ist bei dem nicht an Slides gebundenen Prezi stärker ausgeprägt, da der Pfad keine stringente Vorlage für den Ablauf des Referats darstellt. PowerPoint dagegen besitzt ein sehr differenziertes Unterstützungssystem für den Referenten, über welches Prezi nicht verfügt. Die Anforderungen der universellen Verwendung und der leichten Bedienbarkeit erfüllen beide Programme gleichermaßen.

  1. Das Schreiben

schreiben

Im nächsten Teil der Veranstaltung befassten wir uns mit dem Thema „Schreiben“ und „Schreibwerkzeuge“. Denn Präsentationen sind natürlich nicht der einzige Weg, um Informationen weiterzugeben. Gerade wenn es darum geht, Informationen an besonders viele Menschen zugleich zu vermitteln, ist oftmals die schriftliche Fixierung der Gedanken das Mittel der Wahl. Die Art und Weise, sich dem Thema Schreiben zu nähern glich dabei in seiner Struktur der Herangehensweise des ersten Abschnitts. Zunächst einmal wurden die Seminarteilnehmer nach den Zielen gefragt, welche sie beim Verfassen eines Textes verfolgten. Aus diesen Zielen wurden anschließend die Anforderungen an Denkwerkzeuge zum Schreiben abgeleitet.

3.1 Die Ziele beim Schreiben und die Ableitung von Anforderungen an Denkwerkzeuge

Als erstes Ziel beim Schreiben wurde die Verständlichkeit des Textes genannt, die unumgänglich sei, Wissen erfolgreich weiter zu geben. Jedoch wurde diese Antwort sogleich mit der Frage verknüpft, ob dieses Ziel überhaupt mithilfe eines Werkzeuges erreicht werden könne. Immerhin sei der beste Weg, einen verständlichen Text zu verfassen, die zu schreibenden Inhalte zunächst selbst zu verstehen. Im Rahmen einer daraufhin entstehenden Diskussion kam der Gedanke auf, dass ein Werkzeug zum Schreiben eines Textes möglicherweise auch die Funktion haben könnte, den Verfasser darin zu unterstützen, seine Gedanken zu ordnen und sie somit selbst besser zu verstehen, um sie im nächsten Schritt erfolgreich zu Papier zu bringen. Für dieses Hauptziel eines Denkwerkzeuges ließen sich anschließend die untergeordneten Ziele ableiten, dem Text eine Struktur zu verleihen, die Übersicht über die behandelten Themen zu gewährleisten und dem Verfasser bzw. dem Leser die Möglichkeit zu verschaffen, für ihn relevante Passagen möglichst schnell ausfindig zu machen. Aus diesen Zielen ergaben sich einige mögliche Anforderungen an die Denkwerkzeuge zum Verfassen von Texten. Dazu zählten beispielsweise die Fähigkeit des Werkzeuges, den Text in Abschnitte zu gliedern, ein Inhaltsverzeichnis abzubilden und verschiedene Formatierungen des Geschriebenen zuzulassen. Weitere Teilziele, die mit dem übergeordneten Ziel Wissen zu vermitteln zusammenhingen, waren die Ziele Zusammenhänge zwischen Sachverhalten herzustellen und das Gesagte zu niederzuschreiben, dass es möglichst leicht vom Leser verarbeitet werden kann. Um die Informationsverarbeitung beim Lesen zu beschleunigen sind oft grafische oder tabellarische Darstellungen von Inhalten nützlich. Eine weitere Anforderung an ein Denkwerkzeug ist als die Fähigkeit, Bilder, Tabelle, Diagramme und ähnliches in den geschriebenen Fließtext zu integrieren.

Es gibt also auch hier eine Vielzahl von Kriterien, die ein Denkwerkzeug erfüllen muss, um als ein „gutes“ Werkzeug zu gelten. Eine Auswahl dieser Kriterien ist hier erneut dargestellt:

  • Abschnitte gliedern
  • Inhaltsverzeichnisse abbilden
  • Verschiedene Formatierungen zulassen
  • Die Integration von Text, Bild, Tabellen etc. ermöglichen

3.2 Werkzeuge fürs Schreiben

schreibwerkzeuge

Das Schreiben als Festhalten von gesprochener Sprache ist eine unglaublich alte Methode um Wissen zu vermitteln und zu erhalten. Erste Hinweise auf chinesische Schriftzeichen finden sich bereits zu Zeiten etwa 6.600 v.Chr.. Weitaus bekannter sind die um 2.700 v.Chr. entstandenen Keilschriften aus Mesopotamien und die etwa gleich alten Hieroglyphen aus Ägypten. Diese ersten Schriftzeichen wurden zumeist auf Tontafeln festgehalten, später wurden diese durch Pergament und Papier ersetzt. Der im 15. Jahrhundert durch Johannes Gutenberg in Europa verbreitete Buchdruck ermöglichte dann eine Massenproduktion von Schriftstücken, die vorher in dieser Form nicht möglich war. Ein weiterer Durchbruch folgte 1808 mit der Herstellung der ersten funktionierenden Schreibmaschine, welche die Art des Schreibens substanziell veränderte. Mit der Entwicklung der ersten Computer folgten dann die ersten Software-Pakte, mit denen die User in der Lage sein sollten Schriftstücke anzufertigen. Zwei besondere Vertreter dieser computerbasierten Schreibwerkzeuge sollen im Folgenden näher erläutert werden.

3.2.1 Microsoft Word

Microsoft Word ist heute das weltweit führende und am weitesten verbreitete Textverarbeitungsprogramm der Welt. Die erste Version von Word wurde 1983 für die Xenix-Plattform entwickelt und geht auf Charles Simonyi zurück. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von Word existierte bereits eine Vielzahl von anderen Programmen mit ähnlichen Funktionen. Allerdings gab es eine Besonderheit, mit der sich das neue Programm von seinen Konkurrenten abhob: es ließ sich weitestgehend mit der Maus bedienen und war somit sehr viel benutzerfreundlicher als die bisherigen Programme. Die 1986 erschienene Version Word 3.0 vereinte dann erstmals Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbank-, Kommunikations- und Bildzeichnungstools in einem Programm. Drei Jahre später erschien die erste Version für Windows, seitdem wurden und werden die Funktionen des Programms stetig erweitert und optimiert, sowie auf ihre Usability geprüft und das Interface dementsprechend angepasst. Microsoft Word basiert in seiner Anwendung auf dem „what-you-see-is-what-you-get“-Prinzip. Das bedeutet, dass die Veränderungen, die ein User an seinem Text vornimmt, unmittelbar im Dokument sichtbar sind. Diese sichtbare Gestalt des Textes auf dem Bildschirm ist genau das, was der User bekommt, wenn er das Dokument verschickt, ausdruckt oder abspeichert, etwas Anderes gibt es nicht. Das was der User dabei auf dem Bildschirm sieht und ggf. verändert, ist dabei stets das Endprodukt einer Reihe von Befehlen, die das System verdeckt ausführt. Die genauen Befehle bleiben unbemerkt, nicht jedoch ihre Konsequenzen, die sich in der Formatierung, Schriftart und sonstigen Eigenschaften des Textes widerspiegelt. Der Vorteil der WYSIWYG-Methode ist die hohe Benutzerfreundlichkeit, da die Bedienung der Benutzeroberfläche oft keine großartigen Vorkenntnisse erfordert. Allerdings gibt es auch Programme, die nach einem anderen Grundprinzip arbeiten. Und eines davon soll im Folgenden erläutert werden.

word

Ansichtsbeispiel des Programms Microsoft Word

3.2.2 LaTeX

LaTeX ist ein Software-Paket, das dazu entwickelt wurde, um die Benutzung des bereits zuvor veröffentlichten Programms TeX mithilfe von Macros zu vereinfachen. TeX geht auf Donald E. Knuth zurück, die Erweiterung LaTeX ist eine Weiterentwicklung von Leslie Lamport. Die erste Version von LaTeX wurde Anfang der 80er Jahre veröffentlicht und der große Unterschied zu Programmen wie Microsoft Word liegt in der Grundidee der Textverarbeitung. Während Word nach dem oben beschriebenen WYSIWYG-Prinzip arbeitet, beschreibt LaTeX seine Funktionsweise mit den Worten „what you see is what you mean“. Gemeint ist mit diesem Ausdruck, dass Änderungen an Texten nicht über eine Benutzeroberfläche erfolgen, bei denen die wahren Abläufe verborgen sind, sondern dass Veränderungen explizit mit Befehlen ausgezeichnet werden. Die Arbeit am Dokument erfolgt also direkt in der Sprache des Systems. Demzufolge gibt es bei LaTeX zwei verschiedene Ansichten eines Dokuments. Zum Einen den Ansichtsmodus, der zeigt, wie das Dokument nach dem Ausführen aller Befehle aussieht, zum Anderen gibt es das „TeX-Feld“, in dem die Befehle geschrieben werden, welche das Programm ausführen soll.

beispiel-latex

Ansichtsbeispiel des Programms LaTeX

3.3 Vergleich LaTeX und Word

Ein Unterschied zwischen den Programmen, der sofort deutlich wird, ist, dass es für die Bedienung der beiden Softwares unterschiedlich gute Kenntnisse in der Programmierung erfordert. Während Word von fast jedem User nach kurzer Zeit verwendet werden kann, braucht es für die Verwendung von LaTeX erweiterte Kenntnisse, die sich über einen gewissen Zeitraum hinweg angeeignet werden müssen. Doch lohnt es sich die Zeit zu investieren und die Benutzung dieses Programms zu erlernen? In jedem Fall! Denn LaTeX bietet einige Möglichkeiten, die WYSIWYG-Programme nicht haben. So wurde LaTeX beispielsweise für Dokumente entwickelt, die strengen Vorschriften unterliegen was Layout und Formatierung anbelangt. Gerade in den Naturwissenschaften ist LaTeX demzufolge ein sehr beliebtes Programm zur Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten. Und auch wenn die Erstellung eines LaTeX-Dokuments mehr Zeit in Anspruch nimmt und öfter Fehler passieren, so sind doch alle diese Fehler korrigierbar. Durch die Trennung zwischen Inhalt und Form erlangt der User die komplette Kontrolle über die Formatierung seines Dokuments. Gleichzeitig ist es durch eben diese Trennung möglich die Formulierung der Sätze und die Strukturierung und Formatierung des Textes zwei verschiedenen Personen zu überlassen. Der Inhalt des Textes kann dabei mit jedem Textverarbeitungsprogramm verfasst werden. Zudem ist LaTeX kostenlos, während die Lizenzen für Microsoft Word sehr teuer werden können. So unterschiedlich die beiden Programme auch sein mögen, beide erfüllen in vollem Maß die unter 3.1 aufgestellten Anforderungen an ein gutes Schreibwerkzeug. Die Verwendung eines der beiden Programme hängt also ganz von den Erwartungen und Anforderungen des Users ab. Je höher die Anforderungen an die Genauigkeit der Formatierung, umso mehr lohnt sich die Auseinandersetzung mit den umfangreichen Befehlen, die für die Benutzung von LaTeX notwendig sind.

  1. Die Veröffentlichung

veroffentlichen

Der letzte Teil der Veranstaltung befasste sich mit dem Thema „Veröffentlichen“. Dieses Thema ist für Psychologen nicht ganz unbedeutend, denn alle wissenschaftliche Artikel, die im Rahmen des Studiums gelesen werden, mussten zuvor auf irgendeine Art und Weise veröffentlicht werden, um den Studierenden zugänglich gemacht zu werden. Genauso verhält es sich natürlich mit allen wissenschaftlichen Erkenntnissen, allen globalen und lokalen Neuigkeiten, sowie mit allen Informationen, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Im letzten Abschnitt dieses Blogeintrags soll es also um die Anforderungen an ein Werkzeug zum Veröffentlichen gehen und der Unterschied zwischen persönlichen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen besprochen werden.

4.1 Die Ziele beim Veröffentlichen und die Ableitung von Anforderungen an Denkwerkzeuge

Die Ziele, die mit der Veröffentlichung eines Textes verfolgt werden, waren für die anwesenden Seminarteilnehmer so trivial, dass sich zunächst niemand traute sie aufzuzählen, da sie das Gefühl hatten, da müsste etwas Tiefergehendes gesagt werden. Denn das Ziel einer Veröffentlichung liegt relativ schnell auf der Hand: ich möchte, dass mein Schriftstück gelesen wird. Und zwar von so vielen Menschen in so kurzer Zeit wie möglich. Ebenso schnell lassen sich einige Anforderungen an Denkwerkzeuge ableiten, die dem Autoren die Veröffentlichung erleichtern sollen. Zum Beispiel sollte das Werkzeug eine möglichst große Reichweite, also eine große Leserschaft haben, damit möglichst viele Personen erreicht werden können. Zudem sollte das Werkzeug schnell und unkompliziert verfügbar sein, sodass es immer und überall gelesen bzw. gesehen werden kann. Doch die bloße Verbreitung der Information ist nicht das einzige Ziel, das ein Autor bei der Veröffentlichung verfolgen sollte. Mindestens genauso wichtig, in einigen Kontexten sogar noch viel wichtiger ist, dass die durch das Werkzeug erreichten Menschen das Gelesene auch für glaubwürdig halten. Denn eine Information, die nicht ernst genommen wird, wird vermutlich auch schnell wieder vergessen und im Rahmen von wissenschaftlicher Forschung nicht weiter untersucht. Ein weiteres Ziel der Veröffentlichung ist es also die Qualität der dargebotenen Information hervorzuheben. Ein Denkwerkzeug kann helfen dieses Ziel zu erfüllen, indem es z.B. die eingegangenen Beiträge überprüft.

Die Anforderungen an ein Werkzeug zum Veröffentlichen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

  • Hohe Reichweite und Frequenz
  • Schnelle und unkomplizierte Verfügbarkeit
  • Prüfung der Qualität der Beiträge
  • Auszeichnungen und „guter Ruf“

4.2 Werkzeuge zum Veröffentlichen

werkzeuge-zum-veroffentlichen

Die älteste Form der Weitergabe von Informationen (und zu nichts anderem dient  ja die Veröffentlichung) ist zweifelsohne die mündliche Übermittlung von Nachrichten. Mit der Verbreitung der Schriftsprache konnten Informationen auch schriftlich übermittelt werden. Diese Form der Kommunikation und Wissensvermittlung wurde bereits bei den Babyloniern, sowie den alten Griechen und Römern eingesetzt, die sich Ton- bzw. Holztafeln hin- und herschickten. Aus dieser Methodik entwickelten sich später komplexe Postsysteme, mit denen Briefe auf verschiedenste Art und Weise überbracht wurden. Zudem wurden selbstverständlich Bücher für die Weitergabe von Wissen verwendet. Auch für die Veröffentlichung von Informationen stellte die Erfindung des Buchdrucks 1445 eine entscheidende Wendung dar. Bücher konnten nun in viel größerer Zahl in kürzerer Zeit produziert werden. Zudem ermöglichte der Buchdruck die Etablierung der Zeitungen und Zeitschriften als neue Medien in der Gesellschaft. Und bei diesen Formen der Medien sollte es nicht bleiben, heute gehören Fernsehen und Radio bereits wieder zu den älteren Möglichkeiten der Veröffentlichung. Eine große Fläche für die Veröffentlichung von Wissen findet sich im Internet, sei es für die Verbreitung von persönlichen oder wissenschaftlichen Informationen. Einige dieser Möglichkeiten sollen nun kurz vorgestellt werden.

4.2.1 persönliche Veröffentlichungen

Besonders beliebt für die Veröffentlichung von privaten Gedanken, Erlebnissen oder Gefühlen sind Blogs und Microblogs. Bei diesen Werkzeugen handelt es sich um Internetplattformen, auf denen sich der User mit einem Konto anmeldet, um darüber eine eigene Seite zu erstellen, auf der er seine persönlichen Inhalte veröffentlichen möchte. Die Registrierung ist dabei kostenlos. Geschrieben wird dabei über jegliche Themen, die die Blogger bewegen. Besonders beliebt sind Blogs zu Auslandsaufenthalten, Sport und Mode. Microblogs weisen eine ähnliche Struktur auf wie die Blogs, nur sind ihre Einträge wesentlich kürzer. Während ein normaler Blogeintrag viele A4-Seiten umfasst, beträgt die Länge eines Microblogeintrags nur etwa die Länge einer herkömmlichen SMS. Beispiele für Microblogs sind unter Anderem Twitter, Tumblr und Squirrly. Die vorherrschenden werkzeuge für Blogs sind derzeit WordPress und Blogspot.

4.2.2 wissenschaftliche Veröffentlichungen

Für die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Artikeln taugen die oben genannten Werkzeuge vermutlich nicht allzu viel. Ihre Reichweite ist zwar hoch, doch die Zielgruppe, die sich für diese Art von Informationen interessiert ist zu spezifisch für ein solches Werkzeug. Zudem spielt bei der Veröffentlichung von wissenschaftlichen Erkenntnissen auch die Qualität der Informationen eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund gibt es beispielsweise in der Psychologie spezifische Zeitschriften, die sich mit der Forschung in den speziellen Fachbereichen auseinandersetzen. Diese Zeitschriften unterliegen strengen Standardisierungsvorschriften wie z.B. den APA-Richtlinien und führen Qualitätsprüfungen der von den Autoren eingereichten Artikel durch. Die gängigste Form der Qualitätssicherung stellt dabei der Peer-Review-Prozess dar, bei dem andere Wissenschaftler desselben Forschungsgebietes die Arbeit ihrer Kollegen ehrenamtlich überprüfen. Das Ergebnis der Prüfung wird dem Verlag der Zeitschrift mitgeteilt und je nach Urteil der Gutachter wird der Artikel aufgenommen oder nicht. Die drei wichtigsten Voraussetzungen für die Veröffentlichung eines Artikels in einer Zeitschrift sind dabei Transparenz, Verständlichkeit und die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse.

Die Veröffentlichung in Fachzeitschriften ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit, um Forschungsdaten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Seit den 90er jahren gibt es eine kostenlose Publikationsmethode, die als Open Access bezeichnet wird. Diese entstand im Kontext der immer weiter steigenden Preise für wissenschaftliche Artikel, an denen die Verlage mehr Geld verdienten als es in den Augen der Autoren zulässig war. Um den Zugang zur Wissenschaft wieder für jeden zu öffnen wurde damit begonnen, die wissenschaftlichen Artikel kostenlos in elektronischen Zeitschriften, Archiven oder auf privaten Websites zu veröffentlichen. Je nach Nutzungslizenz des Lesers können die dort abgelegten Dateien gelesen, heruntergeladen, gespeichert oder gedruckt werden. Die Kostenträger des Open Access Verfahrens sind zumeist die Autoren selbst und in einigen elektronischen Zeitschriften, in denen Open Access stattfindet, wird von ihnen sogar der Peer-Review-Prozess durchgeführt. Dieser „Rebellion“ der Autoren gegen eine Privatisierung von allgemein zugänglichem Wissen verdanken wir heute eine erleichterte Verfügbarkeit von wissenschaftlicher Literatur.

Quellenangabe:

http://www.presentationworld.de/powerpoint/geschichte-von-powerpoint/powerpoint.php

https://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft_PowerPoint

https://prezi.com/about/

https://en.wikipedia.org/wiki/Keynote_(presentation_software)

Word oder LaTeX – Was ist besser?

https://de.wikipedia.org/wiki/LaTeX

http://www.bretschneidernet.de/tips/thesislatex.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Open_Access

http://www.jetzt.de/lexikon/wie-kann-ich-meine-abschlussarbeit-veroeffentlichen-573196

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s