Sammeln und Strukturieren – Bewältigung der Informationsflut mithilfe von Verzettelungstechnik und Mapping-Verfahren

„Du weißt, wie leicht es ist, Fakten zu sammeln, und wie schwer, sie zu ordnen.“ Caspar Wolf, Herausgeber der Werke Gesners (Haarkötter, 2013)

Vor dem Hintergrund der sich ständig weiterentwickelnden digitalen Informations-technologie und der damit einhergehenden, rasant zunehmenden Informationsmenge, scheint dieses Problem der Wissensorganisation auf den ersten Blick ein modernes zu sein. Und doch erkannte bereits der Basler Gelehrte Caspar Wolf (Haarkötter, 2013) aber auch Personen, die einer noch früheren Epoche angehörten (Kunze, 2002), welche Schwierigkeiten die Informationsflut bei der persönlichen Wissensorganisation mit sich bringt.

Da unser Gehirn alleine, trotz all seiner komplexen Funktionen nicht ausreicht, die stetig wachsende Masse an Informationen sowohl effizient als auch effektiv nutzen zu können, werden ständig neue Instrumente und Techniken entwickelt, die unsere Denkprozesse unterstützen und somit helfen sollen, das eigene Wissensmanagement zu optimieren. In dem Beitrag von muehlenm wurden in diesem Zusammenhang Instrumente vorgestellt, die uns das Suchen von Informationen erleichtern. Der folgende Beitrag geht nun einen Schritt weiter und wird die Thematik des Sammelns und Strukturierens der gefundenen Informationen näher betrachten. Hierbei soll die Verzettelungstechnik und der Zettelkasten von Niklas Luhmann sowie zwei weitere berühmte Denkwerkzeuge, das Mind-Mapping und das Concept-Mapping und das weniger bekannte IMapping vorgestellt werden.

Da diese Auswahl sehr selektiv ist und bei weitem nicht alle existierenden Denkwerkzeuge umfasst, ist abschließend eine Tabelle von Wessel (2012) mit weiteren Denkwerkzeugen zum Sammeln und Strukturieren zu finden.

Orientierung im Dschungel der Möglichkeiten

Wie findet man bei der Fülle an möglichen Denkwerkzeugen das passendste Instrument für sich beziehungsweise für seinen Bedarf? Ein neues Denkwerkzeug zu finden, sich in die Bedienung einzuarbeiten und es in den eigenen Workflow zu integrieren benötigt Zeit und ein gewisses Maß an Geduld. Aus persönlicher Erfahrung soll an dieser Stelle ein Schritt zurückgegangen werden, um vor Benutzung eines neuen Instruments zu folgenden Vorüberlegungen anzuregen und die Wahl oder nicht-Wahl zu unterstützen.

Vor Beginn der Suche lohnt es sich, sein bestehendes Wissensmanagement zu hinterfragen, um individuelle Anforderungen an das zukünftige Denkwerkzeug herzuleiten: Welche Denkwerkzeuge verwendet man bereits, um Informationen zu sammeln und zu strukturieren? Warum und für welchen Zweck wird ein neues Denkwerkzeug benötigt? Welche Funktionen vermisst man bei seinen aktuellen Tools? Welche Verbesserung ist bei der Verwendung eines neuen Instruments zu erwarten? Wann  und wie soll das Instrument zum Einsatz kommen (Reicht es, wenn man z.B. nur von seinem Computer aus Zugriff auf das Werkzeug hat oder muss es jederzeit zugänglich sein?) Wie viel Zeit ist man bereit, in die Einarbeitung zu investieren? …

Hat man sich dann endgültig dafür entschieden, sich auf die Suche nach einem neuen Denkwerkzeug zu machen, können die folgende Hinweise von Wessel (2012, S. 200) bei der Auswahl weiterhelfen:

  • Denkwerkzeuge unterstützen nur unsere Denkprozesse, sie können uns nicht das Denken abnehmen. Um Informationen zu Wissen zu verarbeiten, benötigt es weiterhin die eigene Denkleistung.
  • Das Tool muss zum Benutzer und zu der Aufgabe passen, für die das Instrument verwendet werden soll. Es nützt wenig, sich von dem Image des Instruments oder der Person, die es benutzt leiten zu lassen.
  • Können die Optionen des Tools an den eigenen Bedarf angepasst werden? Einige Werkzeuge enthalten viele zusätzliche Funktionen, die man nicht braucht, aber vom Wesentlichen ablenken können.
  • Das Tool sollte sich gut in das bestehende Wissensmanagement integrieren lassen.
  • Ein Denkwerkzeug ist nur so gut wie die Person, die es benutzt. Es braucht häufig vor allem zu Beginn Zeit und Übung, um Erfahrung im Umgang mit dem Tool zu sammeln. Der Aufwand für dessen Bedienung sollte irgendwann geringer werden und die Denkprozesse nicht mehr unterbrechen.
  • Das Tool sollte es ermöglichen, Dateien leicht exportieren und importieren zu können – und das auch in andere Formate. Nur so kann gesichert werden, dass die eigenen Dateien nicht verloren gehen, wenn das Instrument zum Beispiel nicht mehr vom Anbieter oder dem Computersystem unterstützt wird oder man den Account verliert etc.
  • Es ist ratsam, zuerst ein kostenloses oder günstiges Tool auszuprobieren und damit zu experimentieren, bevor man eine teure Lizenz erwirbt. Hat man für sich festgestellt, dass das Tool nicht seinen Vorstellungen entspricht, umgeht man so einer Fehlinvestition.
  • Man kann auch sein eigenes Tool entwerfen. Ein gutes Beispiel wäre der Hipster PDA von Merlin Mann.

Wo stand das noch mal? – Verzettelungstechnik und Zettelkasten

Eine unserer wichtigsten (persönlichen) Ressourcen ist Zeit. Mit Zunahme der technischen Errungenschaften zur Erzeugung und Verbreitung von Informationen überstieg die Informationsflut mit der Zeit „[…] das Angebot des verfügbaren Wissens die Summe der zur Wissensaneignung verfügbaren Zeit […]“. (Haarkötter, 2013)

Dieser sogenannte „information overload“ (ebd.) verlangte spätestens seit der Erfindung des Buchdrucks im 16. Jahrhundert neue Techniken zur Verwaltung von Informationen und Wissen. Im 19. Jahrhundert schließlich setzte sich der Zettelkasten als berühmteste Verwaltungstechnologie seiner Zeit durch. Der Zettelkasten beruht auf der Methode des Verzettelns: Nützliche Informationen werden auf einem Zettel notiert und an einem bestimmten Ort (es muss nicht zwingend ein Zettelkasten sein) gesammelt, um sie anschließend weiter verarbeiten zu können. Der Zettelkasten ist ein Instrument, der eine systematische Aufbewahrung der auf Zettel festgehaltenen Informationen ermöglicht. Er kam unter anderem für die Erstellung vieler literarischer und wissenschaftlicher Arbeiten berühmter Personen zum Einsatz. Der Jurist und Schriftsteller Johann Jacob Moser (1701 – 1785)  zum Beispiel nutzte die Verzettelungstechnik und veröffentlichte sogar ein Buch über seine persönliche Methodik im Umgang mit dem Zettelkasten – damit war er einer der ersten Theoretiker des Zettelkastens. (ebd.)

Niklas Luhmanns Zettelkasten

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Abb. 1: Niklas Luhmanns Zettelkasten (Quelle: Universität Bielefeld / Ullstein Bild)

 

Neben Moser, war Niklas Luhmann (1927-1998) eine weitere berühmte Person, die sich den Zettelkasten zu Nutze machte. Er bezeichnete ihn  als „Denkwerkzeug“ (Schmidt, 2014, S.168) und gleichzeitig als sein „Zweitgedächtnis“ (ebd., S.186). Luhmann war Soziologe, Pädagoge, Rechts- und Verwaltungswissenschaftler und Mitbegründer der ersten soziologischen Fakultät Deutschlands an der Universität Bielefeld. Zudem ist er der bekannteste Vertreter der Systemtheorie und veröffentlichte zahlreiche Schriftwerke. Nach jahrelangem Streit um seinen Nachlass, war es der Universität Bielefeld 2011 möglich, die Rechte an seinen wissenschaftlichen Hinterlassenschaften zu sichern. Damit die Universität mit der Erforschung seines Zettelkastens beginnen kann, haben sie 2015 begonnen, die insgesamt 90.000 Notizen – Gedanken und Überlegungen von über vierzig Jahren – zu digitalisieren. (Fasel, 2015) Das Besondere an seinem Kasten ist unter anderem sein selbst entwickeltes Nummernsystem, welches es erlaubt, Themengebiete endlos mit neuen Zetteln zu erweitern und auf andere Zettel zu verweisen. Die Nummerierung war hierarchisch. Zudem erstellte er ein Personen- und Schlagwortregister. (Schmidt, 2014)

Der Zettelkasten ist also ein Denkwerkzeug, mit dem Notizen, Ideen und Zitate so archiviert werden, dass sie zum einen leicht wiedergefunden werden können und es zum anderen möglich ist, durch die Verweisungen untereinander neue Zusammenhänge zu erzeugen, weshalb er zudem auch als Kreativitätswerkzeug bezeichnet werden kann.(Haarkötter, 2013) Somit hat dieses Instrument nicht nur die Funktion des Informationsmanagements sondern auch des Wissensmanagements, das durch Zuweisung von Schlagworten und dem Verweisungssystem ermöglicht, neue Sinneszusammenhänge zu erzeugen.

Wem die Technik des Zettelkastens zusagt, findet in digitalen Zettelkästen eine elektronische Alternative zur Verwaltung von Zitaten, Texten, Grafiken, Tabellen uvm. Kunze (2002) nennt Daniel Lüdeckes Zettelkästen und Synapsen als bekannte Vertreter des deutschsprachigen Raumes.

Mapping-Verfahren

Mappingverfahren sind Techniken zur Visualisierung von Informationen. Durch die Visualisierung wird unser Orientierungssinn angesprochen, da es unserem Gehirn wesentlich leichter fällt, räumliche Positionen auseinanderzuhalten. (Haller, 2004)

Mappingverfahren können eingesetzt werden, um sich einen Überblick über ein Gebiet zu verschaffen, um Inhalte, zum Beispiel einer Vorlesung, zu strukturieren, um vorhandene Strukturen darzustellen, um Ideen zu sammeln, eine neue Sichtweise auf ein bestimmtes Problem zu bekommen oder zum Lernen. (Wessel, 2012) Umgesetzt werden können diese Verfahren mit Stift und Zettel oder mit einem Computerprogramm.

Im Folgenden sollen zwei der wohl bekanntesten Verfahren vorgestellt werden: MindMaps, welche von Tony Buzan und Concept Maps, welche von Joseph D. Novak entwickelt wurden. (Haller, 2004) Zusätzlich soll das Programm IMapping, entwickelt von Heiko Haller, vorgestellt werden, da dieses Werkzeug beide Techniken digital vereint und es ermöglicht, einen Überblick über Informationszusammenhänge herzustellen sowie Informationen untereinander zu vernetzen. Wie die Verzettelungstechnik der Zettelkästen, unterstützen auch diese Verfahren das persönliche Informations- und Wissensmanagement sowie die Erzeugung neuer Sinneszusammenhänge.

Mind-Mapping

Tony Buzan hat diese Technik in den späten 1960er Jahren entwickelt. Auf seiner Homepage werden neben dem Mind-Mapping noch weitere Gedächtnistechniken vorgestellt sowie Kurse und ein Programm zum digitalen Mind-Mapping angeboten.

Zum traditionellen Mindmapping wird lediglich ein leeres Blatt Papier, bunte Stifte und – wer nicht gerne malt oder kein guter Zeichner ist – Bilder und oder Fotos benötigt. Die Methode des Mindmapping sollte ursprünglich als Kreativtechnik zum Brainstorming eingesetzt werden, aber man kann sie genauso gut als Übersicht verwenden, um komplexe Inhalte zu verstehen, um Ideen zu ordnen oder als Mittel zur Erstellung einer To Do Liste, zur Konzeptentwicklung und zum Lernen nutzen. Sie kann aber auch als Notizblock dienen, da sich damit Ideen schnell und einfach festhalten lassen. (Haller, 2004, Wessel, 2012)

Wie wird beim Erstellen einer traditionellen Mind Map vorgegangen? Die Mind Map ähnelt einer aufgefächerten Baumstruktur, was in den Bezeichnungen der einzelnen Elemlente der Mind Map deutlich wird. In einem ersten Schritt schreibt man das zentrale Thema in die Mitte des Blattes und oder man verwendet ein zum Thema passendes Bild oder Symbol. Anschließend werden ausgehend von dem zentralen Thema „Äste“ in alle Richtungen abgezweigt, an denen die alle mit dem Hauptthema zusammenhängenden Konzepte oder Hauptideen stehen. Die „Äste“ werden abhängig von ihrer Hierarchie immer dünner gezeichnet. An diese sogenannten Unteräste oder Zweige stehen dann Stichwörter, kleine Stichpunkte oder Bilder. Zudem können auch Querverbindungen zwischen den Zweigen mittels Pfeilen erzeugt werden, um Zusammenhänge zwischen den Elementen zu spezifizieren, allerdings verliert man bei zu vielen Pfeilen schnell den Überblick. Die Äste sollen kurvig gezeichnet werden und es wird empfohlen, Farben einzusetzen, um das Gehirn nicht zu „langweilen“. (Buzan.com, 2016, Haller, 2004)

mindmap

Abb. 2: Beispiel einer Mind Map (Quelle: deepametha.de)

Wer lieber digitale Mind Maps erstellen möchte, für den gibt es natürlich entsprechende Computerprogramme, wie zum Beispiel: freemind, xmind, mind42, mindmeister, IMindMap

Concept-Mapping

Die Concept-Mapping Methode wurde von Joseph D. Novak in den 1960er Jahren entwickelt. Wie beim Mind-Mapping, gibt es auch für das Concept-Mapping die Möglichkeit, mit Zettel und Stift oder mit Hilfe eines Computerprogrammes zu arbeiten. Im Gegensatz zum Mind Mapping steht die Verknüpfung von Informationen beim Concept Mapping im Mittelpunkt. (Haller, 2002)

So besteht die Concept Map aus Knoten und Verbindungen und wird hierarchisch von oben nach unten aufgebaut, wobei der zentrale Begriff ganz oben steht – es muss aber nicht zwingend ein eindeutiges Zentrum geben. Die Knoten sind oval oder kästchenförmig und werden mit einem oder mehreren Wörtern oder einem Symbol gefüllt. Zwischen den Knoten stellt man mittels Pfeilen Verbindungen zwischen den Knoten her. Die Beziehungen zwischen den Knoten werden in Form von einfachen Sätzen spezifiziert. (Haller, 2002) Mit dieser Technik lassen sich komplexe Themenbereiche inhaltlich abbilden, neue Ideen produzieren und sie können beim Lernen unterstützen.  Zudem dienen sie der Wissensvermittlung, denn durch die Spezifikation der Beziehungen untereinander, sind Concept Maps relativ selbsterklärend und man kann sich so mit anderen Lernenden austauschen und Wissenslücken aufdecken. (Kunze, 2002)

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Abb. 3: Beispiel einer Concept Map (Quelle: mindmappingsoftwareblog.com)

IMapping

Heiko Haller entwickelte die Methode des iMapping und schrieb für seine Doktorarbeit im Fach Informatik im Jahre 2011 das Programm iMap. Das iMapping-Verfahren integriert die Ansätze der Mind-Mapping – und Concept-Mapping – Verfahren. Optisch orientiert sich die iMap an einer Pinnwand, auf der große Mengen von Informationen strukturiert, miteinander verknüpft und mithilfe einer Suchfunktion abgerufen werden können. Zudem hat sie den Vorteil, durch hierarchische Verschachtelungen und der Möglichkeit, in die Tiefe zoomen zu können, beliebig groß zu werden. Die iMap kann für ganz unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden. Man kann mit ihrer Hilfe, Lernstoff visuell abbilden, sich Überblick über ein Projekt verschaffen, Ergebnisse, Quellen und Argumente für eine Forschungsarbeit sammeln und in Beziehung setzen uvm..

Die kostenlose Version kann unter folgendem Link heruntergeladen werden. Wenn man mehr als 300 Kärtchen pro iMap benötigt, seine Daten nicht nur im HTML-Format sondern auch im SVG- oder PDF-Format exportieren sowie die Version auf mehreren Rechnern installieren und persönlichen Support eines Experten erhalten möchte, kann gegen Bezahlung eine Standard-Lizenz für 99,00€ oder eine Professional-Lizenz für 299€ erwerben. Gegen Nachweis erhält man als Studierender die Standard-Lizenz bereits für 30,00€.

Zur Bewertung der iMap nach zweimonatiger Benutzung der kostenlosen Version: Ich bin durch dieses Seminar auf die iMap aufmerksam geworden und habe sie bei der Erstellung von zwei Referaten mit in meine Wissensorganisation eingebunden. Auf den ersten Blick hat mich das Tool an die Präsentationssoftware Prezi erinnert. Und man könnte sie theoretisch auch als Präsentationstool für Referate einsetzen, allerdings ist das Design – insbesondere im Vergleich zu Prezi – noch sehr verbesserungswürdig. Hauptsächlich kam die iMap bei mir zum Einsatz, um Ideen zum Thema festzuhalten und in eine Reihenfolge zu bringen sowie hilfreiche Links unter den entsprechenden Ideen abzulegen. Die Bedienung ist sehr intuitiv und durch vorprogrammierte Tastenkürzel können Ideen oder Informationen sehr schnell hinzugefügt werden, wodurch mein Gedankenfluss nicht unterbrochen wurde. Die Tastenkürzel haben sich bei mir sehr schnell eingeprägt. Die Pfeile, mit denen man die Informationen untereinander verknüpfen kann, können beschriftet werden und sind nur dann sichtbar, wenn man mit dem Pfeil über die entsprechende Information geht oder einstellt, dass man alle Pfeile sehen möchte. So bleibt alles sehr übersichtlich. Die Funktion der Pfeile sind bei mir allerdings nur sehr selten zum Einsatz gekommen. Als Nachteil sehe ich, dass man bei kleinen Laptops ab einem bestimmten Punkt beim herauszoomen die Inhalte nicht mehr erkennt, was ein Problem beim Verknüpfen von Kästchen ist. Ich habe die Beziehung der einzelnen Ideen untereinander hauptsächlich durch die Anordnung der Kästchen visuell dargestellt. Sehr positiv fand ich, dass man die Kästchen beliebig weit zuklappen, verschieben und kopieren kann. Auch diese Funktion war sehr hilfreich, um meinen Gedankenfluss zu unterstützen. Insbesondere bei sehr großen iMaps kann die Suchfunktion helfen, bestimmte Informationen wiederzufinden. Einen Nachteil, insbesondere, wenn man dieses Tool zum Ideensammeln verwendet, ist der, dass man nur über den Laptop oder PC, auf dem man das Programm installiert hat, zugreifen kann.

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Abb. 4: Screenshot eines iMap (Quelle:imapping.info)

Take Home Messages

  • Um ein geeignetes Denkwerkzeug zu finden, sollte man im Vorherein sein bestehendes Wissensmanagement hinterfragen und Anforderungen an das Denkwerkzeug festlegen.
  • Denkwerkzeuge können uns nicht das Denken abnehmen. Dass aus Informationen Wissen wird, kann nur durch eigene Denkleistung erreicht werden.
  • Der Zettelkasten unterstützt die Methode des Verzettelns und ermöglicht es, Informationen auf Zetteln systematisch zu sammeln, zu verknüpfen und abzurufen.
  • Niklas Luhmann bezeichnete seinen Zettelkasten als Zweitgedächtnis.
  • Die Besonderheit des Zettelkastens von Luhmann liegt unter anderem in dem von ihm entwickelten Nummernsystem, dass es ermöglicht, Zettel untereinander zu verweisen, und Themengebiete endlos mit neuen Zetteln zu erweitern sowie neue Sinneszusammenhänge zu erzeugen.
  • Mapping-Verfahren sind Techniken zur Visualisierung von Informationen.
  • Zu den berühmtesten Mapping-Verfahren zählt die Mind Map von Tony Buzan und die Concept Map von Joseph D. Novak.
  • Das von Heiko Haller entwickelte iMapping – Verfahren integriert die Ansätze der Verfahren des Mind-Mappings und Concept-Mappings.

Abb. 5: Screenshot aus Wessel (2012, S. 133-134) mit weiteren Denkwerkzeugen und dessen Vor- und Nachteile.

Weiterführende Literatur

Fasel, A. (2015). Ein Zettelkasten war Luhmanns zweites Gehirn. Abgerufen am 20.12.2016, von welt.de: https://www.welt.de/regionales/nrw/article143147819/Ein-Zettelkasten-war-Luhmanns-zweites-Gehirn.html

Haarkötter, H. (2013). Alles wesentliche findet sich im Zettelkasten. Abgerufen am 20.12.2016, von heise.de: https://www.heise.de/tp/features/Alles-Wesentliche-findet-sich-im-Zettelkasten-3398418.html

Haller, H. (2004). Mappingverfahren. Abgerufen am 26.12.2016, von community-of-knowledge: http://www.community-of-knowledge.de/beitrag/mappingverfahren/

Haller, H. (2002). Mappingverfahren zur Wissensorganisation (Doctoral dissertation, Diplomarbeit). Abgerufen am 20.12.2016, von heikohaller: http://www.heikohaller.de/literatur/diplomarbeit/Mappingverfahren_zur_Wissensorganisation_Haller.pdf?attredirects=0

Kunze, J. (2012). Digitale Werkzeuge für die persönliche Wissensorganisation. cms-journal35. Abgerufen am 20.12.2016, von hu-berlin: edoc.hu-berlin.de/cmsj/35/kunze-jana-37/PDF/kunze.pdf

Schmidt, J. F. (2014). Der Nachlass Niklas Luhmanns–eine erste Sichtung: Zettelkasten und Manuskripte. Soziale Systeme19(1), 167-183. Abgerufen am 20.12.2016, von uni-bielefeld: http://www.uni-bielefeld.de/soz/luhmann-archiv/pdf/jschmidt-aus-dem-archiv.pdf

Tony Buzan: Inventor of Mind Mapping (k.A.). Abgerufen am 28. 12. 2016, von tonybuzan: http://www.tonybuzan.com.

Wessel, D. (2012). Organizing Creativity (2nd ed.). Create Space. Abgerufen am 26.12.2016, von organizingcreativity: http://www.organizingcreativity.com/oc2_1p.pdf

 

 

 

 

 

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