Finden – Suchmaschinen, Literatur & Social Bookmarking

Beim Suchen, Verwalten und Teilen von Informationen stehen uns verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, die es uns ermöglichen, strukturiert mit Informationen umzugehen und uns so das Leben erleichtern können. Um dies jedoch zu gewährleisten, müssen die Werkzeuge die Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit (Usability) erfüllen. Sprich sie müssen effektiv und effizient in der Anwendung sein und uns als Nutzer zufrieden stellen. Im Folgenden werden die Bereiche Suchmaschinen, Literatur recherchieren und verwalten und Social Bookmarking näher erläutert.

Wie suche ich Informationen?

Zunächst wollen wir uns aber der Frage zuwenden, welche Strategien bei der Suche nach Informationen anwendet werden. Laut Spencer (2006) wird dabei zwischen vier Modi von Suchstrategien unterschieden.

1. Bekanntes suchen beschreibt die einfachste Art der Suche. Die gesuchten Begriffe sind bekannt und man weiß, wo mit der Suche anfangen muss. Die schnelle Informationsbeschaffung steht hierbei im Vordergrund und häufig ist die erste gefundene Antwort zufriedenstellend, sodass die Suche beendet werden kann. Hierbei stellt zum Beispiel die Suchleiste auf Websites eine Möglichkeit dar, schnell an Informationen zu gelangen.

2. Hat man eine Idee davon, was man wissen möchte, aber es bestehen Unsicherheiten über die Begrifflichkeiten, sprich man weiß nicht, wie man sich bei der Suche am besten ausdrücken soll, wird explorativ gesucht. Die Unsicherheit über zu verwendende Suchbegriffe erschwert zudem den Beginn der Suche. Die richtige Antwort wird zwar meist erkannt, aber es bleibt ein gewisser Grad an Unsicherheit bestehen, da unklar ist, ob ausreichend Informationen gesammelt wurden. Bei diesem Modus findet lediglich eine Verengung der Kluft zwischen bereits bestehendem Wissen und dem Zielwissen statt. Um möglichst viele Informationen zu bekommen, surfen die Nutzer meist durch das Internet. Dadurch besteht die Möglichkeit, verschiedenen Pfaden zu folgen und sie zu erkunden.

3. Das Konzept hinter dem dritten Modus der Informationsbeschaffung ist, dass der Nutzer eigentlich gar nicht weiß, was er braucht. Ein Beispiel hierfür ist das Durchsuchen von Websites ohne das Vorliegen eines spezifischen Ziels. Dabei ist die Herausforderung, dem Nutzer dennoch eine Antwort zu präsentieren. Eine Strategie ist hierbei beispielsweise das Verfügbarmachen von detaillierten Informationen, die es dem Nutzer ermöglichen herauszufinden, was er braucht.

4. Beim Wiederfinden von Informationen weiß der Nutzer genau oder er hat eine ungefähre Vorstellung darüber, wo die gesuchte Information, beispielsweise auf einer Website zu finden ist. Taucht die gesuchte Information auf, ist man sofort in der Lage sie zu erkennen und weitere Nachforschungen sind dann nicht notwendig.

Alle vier Strategien zur Informationsbeschaffung haben gemeinsam, dass das Suchverhalten der Nutzer genau beobachtet werden muss. Daraufhin ist es wichtig, Websites so zu designen, dass der Nutzer effektiv, effizient und zufriedenstellend in der Lage ist, das gewünschte Ziel zu erreichen beziehungsweise die gesuchte Information zu erlangen.

1) Werkzeuge der Informationsbeschaffung: Suchmaschinen

Womit suche ich Informationen?

„Ich googel das mal eben!“ – Wer hat diesen Satz noch nicht gehört oder sogar selbst gesagt? Wenn es um die Beschaffung von Informationen geht, denken die meisten der Internetnutzer an Google, den Spitzenreiter in der Auswahl an Suchmaschinen. Das ist nicht verwunderlich, denn mit mehr als 90 Prozent der Suchmaschinenmarktanteile hat Google es geschafft, das weitverbreitetste Werkzeug zur Suche von Informationen weltweit zu werden (Jacobson, 2016) und 2004 mit dem Verb „googeln“ in den Duden einzuziehen (Zschunke, 2004).

Vor Google existierten bereits andere Suchmaschinen, wie zum Beispiel Yahoo und bing, die es den Internetnutzern ermöglichten, Informationen mithilfe von Suchbegriffen zu sammeln. Diese Suchmaschinen – unter ihnen auch Google – analysieren mithilfe sogenannter Crawler die Websites. Diese Crawler krabbeln – daher der Name –an Links entlang von Website zu Website durch das Internet und extrahieren verwertbare Informationen, wie zum Beispiel Onpage-Faktoren. Dabei handelt es sich um alle vom Autor direkt beeinflussbaren Aspekte, wie zum Beispiel die URL (Adresse einer Website) und title-tags (Wörter, die im title einer Website vorkommen). – Aber das können Yahoo und Co. doch auch! Was ist nun also das Besondere an Google? Was unterscheidet es von den anderen Werkzeugen?

Die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin entwickelten Ende der 90er Jahre einen Algorithmus, mit dessen Hilfe die Flut an Inhalten im World Wide Web durchsucht wird und als Folge strukturiert Suchergebnisse in Form einer Liste präsentiert werden. Die Idee von Page und Brin war es, die Suchergebnisse nach ihrer Popularität zu sortieren. Hierfür werden neben Onpage-Faktoren auch Offpage-Faktoren, sprich externe Informationen zu einer Website, berücksichtigt und analysiert. Vor allem Verlinkungen spielen dabei eine große Rolle. Google verwendet den sogenannten PageRank-Algorithmus, der die Anzahl der Verlinkungen, die auf eine Website verweisen, bewertet und gewichtet. Dies geschieht mithilfe des Random Surfer Modells, welches eine Berechnungsgrundlage für den PageRank-Algorithmus liefert. Das Modell bildet das Verhalten von Internetnutzern ab und liefert die Wahrscheinlichkeit, mit der ein zufälliger Nutzer eine Website besucht. Dies bedeutet, dass diese Wahrscheinlichkeit abhängig von der Anzahl vorhandener Links ist, sprich Seiten, die oft verlinkt sind, können häufiger besucht werden. Daraus resultieren sowohl eine höhere Linkpopularität und als auch eine höhere Position in der PageRank-Abfolge. Kurz gesagt: Google sortiert die Suchergebnisse nach ihrer Relevanz mithilfe ihrer Linkpopularität.

Dies wirft jedoch die Frage auf, ob der von Google angezeigte PageRank auch der tatsächlichen Wichtigkeit und Relevanz von Websites entspricht. Da keine qualitative Messung der Websites stattfindet, sondern ihre Linkhäufigkeit neben weiteren Faktoren analysiert wird, ist fraglich, ob der erste angezeigte Vorschlag in der Liste der Suchergebnisse auch gleichzeitig der qualitativ hochwertigste ist. Wenn die Aktualität von Informationen im Vordergrund steht, kommt ein weiteres Problem auf uns zu: Populäre Websites, sprich Websites mit vielen eingehenden Verlinkungen, kursieren bereits länger im Netz als Websites und können so mit mehr Links auffahren als „neue“ Websites, die aber eventuelle aktuellere Informationen enthalten. Um dem entgegenzuwirken, wird neben der Anzahl der eingehenden Verlinkungen auch die Zeit im Netz seit Veröffentlichung bei der Relevanz von Websites berücksichtigt. Außerdem können sich finanzkräftige Websitebetreiber einen höheren PageRank erkaufen, um unter den obersten Treffern der Ergebnisliste angezeigt zu werden. Auch hier gilt es kritisch zu hinterfragen: Ist dies nun das qualitativ hochwertigste Ergebnis?

Alternativen zur Steigerung von Privatsphäre, Anonymität und Datensicherheit

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Werbung der Suchmaschine Startpage

So wirbt die Suchmaschine Startpage um die Gunst der Suchmaschinennutzer. Google mag eine der treffsichersten Suchmaschinen mit einem hohen Komfort und einer beeindruckenden Ergiebigkeit an Informationen sein, doch die Nutzer zahlen einen teuren Preis: Einschränkung in der Privatsphäre, Anonymität und Datensicherheit. Mithilfe der eigenen persönlichen IP-Adresse und platzierten Tracking-Dateien kann unsere Surfspur quer durch das Internet zurückverfolgt werden. Dadurch wissen Suchmaschinen wie zum Beispiel Google immer ganz genau, was wir suchen und was uns interessiert. Doch wir können etwas dagegen tun: Alternativen zu Google und seiner Sammelwut verwenden! Da die Alternativen jedoch oft nicht unbekannt sind, werden vier von ihnen kurz vorgestellt.

1. Startpages Motto: Datenschutz! Die Suchmaschine verwendet startpage_logo_10-gifverschlüsselte SSL-Verbindungen für eine sichere Datenübertragung und Nutzer können einen kostenlosen Proxy-Service nutzen, um die Anonymität während des Surfens im Netz zusätzlich zu erhöhen, da so IP-Adressen nicht gespeichert werden. Die Server liegen sowohl in Europa und den USA, jedoch lässt sich in den Einstellungen festlegen, welcher Server standardmäßig verwendet werden soll. Zusätzlich ist es möglich, Sucherergebnisse anonym zu öffnen. Dies verbessert den Datenschutz, da die Daten nicht zum Zielserver übertragen werden. Die Nachteile sind jedoch eine verlangsamte Verbindung und die veränderte Optik der anonym geöffneten Website. Diese Suchmaschine ist auch als App für Android- und iOS-Betriebssysteme verfügbar.

2. DuckDuckGo zählt zu den beliebtesten und erfolgreichsten Alternativen zu Google.

duckduckgo

Startwebsite der Suchmaschine DuckDuckGo

Optisch ähnelt sie sehr Google, sodass kaum eine Umstellung in der Handhabung notwendig ist. Sofern erlaubt liefert die Suchmaschine bei Musikern auch Songs zum sofort Anhören. Zusätzlich werden zum Suchbegriff passende Amazon-Produkte angezeigt. Apps für Android- und iOS-Betriebssysteme sind verfügbar. Ein kleiner Wehrmutstropfen: Da es sich hierbei um ein US-Unternehmen handelt, ist es dazu verpflichtet, den US-Behörden Zugriff zu den Servern zu gewähren und somit auch auf die Daten der Nutzer. Dies lässt sich jedoch beispielsweise in Form eines Firefox-Add-ons verhindern. Die Suchmaschine wird dann in Verbindung mit einem Tor-Netzwerk verwendet, die eine Anonymisierung der Verbindungsdaten ermöglicht.

3. MetaGer wurde vom SUMA-EV (Verein für freien Wissenszugang) an dmetager_logo.jpger Universität Hannover entwickelt und verwendet ausschließlich in Deutschland stehende Server. Individuelle Nutzereinstellungen zur personalisierten Suche sind möglich und MetaGer speichert und trackt nichts. Auch bei MetaGer ist es möglich, Links anonym zu öffnen, um persönliche Daten besser zu schützen. Hier liegen jedoch die gleichen Nachteile vor, die bereits bei Startpage geschildert worden sind. Die Suchmaschine ist zudem nur als Android-App verfügbar. Interessant ist der Ableger MetaGer2: Dieser filtert „Müll“, zum Beispiel gefälschte Seiten, die zur Manipulation von Suchmaschinen eingesetzt werden, aus den Sucherergebnissen raus und liefert so laut der Entwickler bessere Suchergebnisse und ein realistischeres Ranking.

4. Hinter DeuSu („DEUtscheSUchmaschine“) steckt genau eine Person: Dieser deutsche Ein-Mann-Betrieb finanziert sich durch Werbung und Spenden. Die Suchmaschine ist komplett HTTPS-Verschlüsselt, sodass alle Datendeusu_logo abhörsicher übertragen werden können. Bislang umfasst DeuSu erst rund 1 Milliarde Einträge. Dies hat Konsequenzen für die Ergiebigkeit der Suchergebnisse, expandieren ist jedoch in Planung.

Inwiefern erfüllen diese Google-Alternativen aber die Anforderungen der Usability (effektiv, effizient und zufriedenstellend)? Hierbei ist wichtig zu beachten, dass es individuell unterschiedlich sein kann, welche Punkte im Vordergrund stehen. Wem eine hohe Datensicherheit wichtig ist, ist bei den alternativen Werkzeugen besser aufgehoben und wird zufriedener sein als mit Google. Liegt der Fokus auf einer möglichst großen Auswahl an Informationen, ist Google weiterhin das Werkzeug der Wahl. Beispielsweise DeuSu bietet eine geringe Informationsvielfalt an, sodass meist weitere Recherchen mithilfe von anderen Werkzeugen notwendig sind. Dies hat einen negativen Einfluss auf die Effizienz im Arbeiten.

Auch wenn zum Beispiel die Ergiebigkeit an vorhandenen Informationen bei den einzelnen Werkzeugen noch ausbaufähig ist, so können sie doch mit Privatsphäre im Netz, Anonymität beim Surfen und Sicherheit persönlicher Daten punkten. Es lohnt sich, die verschiedenen Werkzeuge genauer unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht ist ja für den ein oder anderen etwas Passendes dabei!

Hilfe, zu viele / wenige Suchergebnisse! –
Tipps & Tricks bei der Verwendung von Suchmaschinen

Um die Verwendung von Suchmaschinen zu vereinfachen und Suchanfragen präziser zu gestalten, gibt es ein Tricks, die man kennen sollte. Um Ergebnisse einzugrenzen können beispielsweise Suchoperatoren verwendet werden, die zu Suchanfragen hinzugefügt werden. Die wichtigsten sind in der Tabelle aufgeführt.

  • site: gibt Ergebnisse für bestimmte Websites oder Domains aus
  • related: sucht Websites, die einer bestimmten Webadresse ähneln
  • ODER sucht Websites, die irgendeinem der angegebenen Begriffe ähneln
  • UND sucht Websites, die allen angegebenen Begriffen ähneln
  • NEAR sucht verwandte Begriffe

Wer denkt, dass er sich diese Suchoperatoren nicht merken kann, braucht nun nicht verzweifelt mit dem Schreiben von Karteikärtchen beginnen. Alle Suchanfragen können ebenso gut über die Option „Erweiterte Suche“ der Suchmaschine verfeinert werden. Google durchsucht die Ergebnisse automatisch mit dem Singular und Plural des Begriffs, sodass hierauf bei der Eingabe der Suchbegriffe nicht geachtet werden muss.

Zur Erweiterung der Suche können Trunkierungssymbole, sogenannte Platzhalter, verwendet werden. Dadurch werden zum Beispiel explizit Pluralformen eines Suchbegriffs oder alternative Schreibweisen zugelassen.

  • * steht für unbekannte Begriffe
  • ? steht für ein oder kein Zeichen
  • # steht für genau ein Zeichen
  • „“ findet Websites, auf denen die Wörter in gleicher Weise und Reihenfolge wie innerhalb der Anführungszeichen vorkommen
  • .. definiert einen Zahlenbereich

Wichtig ist, dass kein Leerzeichen zwischen dem Suchoperator beziehungsweise Platzhalter und der Suchanfrage eingefügt wird, da sonst die Suche nicht funktionieren wird. Dies gilt nicht für die Operatoren OR und AND.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass eine große Vielfalt an Werkzeugen zur Beschaffung von Informationen besteht. Die Wahl des für einen persönlich am geeignetsten ist abhängig von den eigenen Interessen und Anforderungen an die Werkzeuge. Trotz der Bequemlichkeit, die uns Google bietet und an die wir uns gewöhnt haben, darf nicht vergessen werden, dass Google bei Weitem nicht immer die beste Wahl bei der Informationsbeschaffung im Internet darstellt. Vor allem im Bereich des täglichen Surfens lohnt sich ein Blick über Googles Tellerrand und auf alternative Werkzeuge.

2) (Wissenschaftliche) Literatur recherchieren und verwalten

Wissenschaftliches Arbeiten ist einer der Kernpunkte unseres Studiums und dazu gehört auch die Recherche wissenschaftlicher Literatur zur Sicherung der Forschungsqualität. Bevor mit der Suche nach Informationen begonnen werden kann, sind gewisse Vorbereitungen wichtig, damit die Suche nicht in einem heillosen Durcheinander endet.

  1. Präzise Fragestellung: Was möchte ich wissen? Welche Informationen suche ich genau?

Die weiteren Überlegungen sind abhängig von der Fragestellung:

  1. Wie alt soll oder darf die Literatur sein?
  2. Welche Sprache(n) soll die Literatursuche umfassen? Dies ist auch von den eigenen Sprachkenntnissen abhängig.

Wo suche ich Literatur?

Bei der Suche nach Informationen stehen verschiedene Informationsquellen zur Verfügung.

1. Bücher: Guter Beginn! Sie liefern uns sowohl allgemeine als auch spezifische Informationen zum gesuchten Thema. Allerdings sollte bei ihnen immer darauf geachtet werden wie aktuell die darin enthaltenen Informationen sind, sprich ob der Inhalt „up to date“ ist. Es sollte in jedem Fall die aktuellste Auflage eines Buches verwendet werden.

 2. Zeitschriften: Sie gelten als eine der besten Informationsquellen, da sie eine große Auswahl an spezifischem und vor allem aktuellem Wissenstand bieten. Peer-reviewed Zeitschriften sind vorzuziehen, da sie aufgrund des Gegenlesen von Fachkollegen einen höheren Qualitätsstand haben. Reviews bieten zwar einen Überblick zu einem (spezifischen) Thema, es ist jedoch unvermeidbar die einzelnen Artikel genauer zu lesen, wenn in den Reviews verwertbare Informationsquellen gefunden werden.

3. Bibliotheksmitarbeiter: Zur Klärung von Fragen und Unterstützung bei Problemen stehen sie als Rechercheexperten zur Verfügung.

4. Internet: Es ermöglicht uns mit Werkzeugen wie Suchmaschinen, (Meta-)Datenbanken und Katalogrecherchen sowohl allgemeine als auch genaue Informationen zu suchen. Zur Vermeidung einer Überflutung durch die vorhandenen Inhalte sind die Anwendung von Suchoperatoren und passendenden Suchwerkzeugen empfehlenswert.

Abhängig von der Art und Quelle der Information, sprich den persönlichen Anforderungen des Nutzers, bietet die Universitätsbibliothek (UB) der Humboldt-Universität zu Berlin eine Vielfalt von Werkzeugen zur Suche wissenschaftlicher Literatur an. Ausgewählte werden im Folgenden näher erläutert.

UB.png

Startwebsite der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin

Das Suchportal Primus dient der Katalogrecherche und verfügt über Bücher, ebooks und gedruckter sowie elektronischer Zeitschriften. Es liefert die Verfügbarkeit (Vorhanden ja/nein? Ausgeliehen ja/nein?), Standort (Grimm-Zentrum oder eine der Zweigbibliotheken der UB?) und die Signatur eines Mediums (genauer Standort innerhalb der Bibliothek). Ebooks und Artikel elektronischer Zeitschriften können im Universitäts-WLAN eduroam und über die VPN-Tunnelverbindung aus einem externen WLAN heruntergeladen werden.

Elektronische Zeitschriften der UB befinden sich ausschließlich in der elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB). Die Zeitschriften sind nach Fachgebieten (zum Beispiel Psychologie) sortiert. Sofern die Zeitschrift für die UB lizensiert ist, sind die Volltexte der Zeitschriften frei und ohne Einschränkungen zugänglich. Sollte die UB keinen Lizenzvertrag abgeschlossen haben und deshalb die Zeitschrift nicht zugänglich sein, empfiehlt es sich dennoch, dem angegebenen Link zu folgen und das Herunterladen des Artikels zu versuchen.

Das Datenbank-Infosystem (DBIS) der UB liefert sortiert nach Fachgebieten Datenbanken zur Recherche von Zeitschriften und Artikeln. Innerhalb der Datenbanken lässt sich nach verschiedenen Aspekten, wie beispielsweise Titel, Autor, Publikationsjahr und Sprache filtern. Bei der Eingabe von Suchbegriffen werden zudem häufig Wortergänzungen angeboten, um die Suche zu vereinfachen.

Eine weitere Möglichkeit der Recherche von google_scholar_logo.jpgLiteratur – unabhängig von der UB – ist Google Scholar. Hierbei handelt es sich um ein Suchangebot von Google, dessen Schwerpunkt auf wissenschaftlichen Fachzeitschriften und Buchinhalten liegt. Die Suche lässt sich, wie bereits von anderen Suchwerkzeugen bekannt, mithilfe von Operatoren und Platzhaltern einschränken beziehungsweise erweitern. Zusätzlich können unter Anderem Publikationszeiträume definiert werden. Google Scholar liefert neben Informationen zum Artikel oder Buch, wie zum Beispiel Titel, Autor und Erscheinungsjahr auch die Anzahl von Zitationen. Dies kann beim Einschätzen der Qualität einer Quelle nützlich sein. Volltexte können entweder direkt oder über die verlinkte Website als PDFs heruntergeladen werden. Dies stellt uns jedoch vor das Problem, dass durch den kostenlosen Zugang von Artikeln (und Büchern!) Urheberrechte verletzt werden können (Kuny & Cleveland, 1998).

Wie suche ich Literatur?

Generell gilt bei der Literaturrecherche, dass Kreativität gefragt ist: Jongliere mit Begriffen, Synonymen und Schreibweisen, um eine möglichst umfassende und genaue Vielfalt an Literatur zu bekommen. Ein weiterer Tipp: Wenn ein Artikel über Google Scholar nicht als Volltext verfügbar ist, dann lohnt es sich, mittels einer eduroam- oder VPN-Verbindung erneut zu suchen und es zusätzlich bei Primus zu versuchen.

Womit verwalte ich die gesammelte Literatur?

Um nun den Überblick über den Berg an gesammelter Literatur zu behalten, können uns bestimmte Werkzeuge, sogenannte Literaturverwaltungsprogramme, helfen. Diese Werkzeuge unterstützen uns beim wissenschaftlichen Arbeiten, um unter Anderem möglichst effektiv und effizient eine Haus- oder Abschlussarbeit anzufertigen. Sie strukturieren die einzelnen Titeleinträge beispielsweise nach Autor, Titel, Erscheinungsjahr, Dokumententyp (Monographie, Zeitschriftenaufsatz, Interviewmaterial u.v.m.) und verwenden diese Informationen zur Erstellung von Quellenangaben und eines Literaturverzeichnisses. Kurz: Sie vereinfachen uns das Leben enorm – sofern wir wissen, wie wir damit umzugehen haben! Im Folgenden werden verschiedene Werkzeuge zur Literaturverwaltung vorgestellt und ihre Stärken und Schwächen dargelegt.

Für alle HU-Mitglieder (Studierende und Mitarbeiter) steht eine Campus-Lizenz der Programme Citavi und EndNote zur Verfügung, zu denen die UB auch Schulungen anbietet. Normalerweise sind beide Werkzeuge kostenpflichtig, können aber über die Website der UB kostenfrei heruntergeladen werden.

Citavi ist aufgrund der übersichtlichen citavi_logoNutzeroberfläche leicht erlernbar. Bei Problemen kann auf das gut ausgearbeitete Handbuch zurückgegriffen werden und im Internet lassen sich viele Tutorials finden, die beim Arbeiten mit Citavi unterstützen. Literatur lässt sich innerhalb des Programms mithilfe der ISSN, ISBN, PubMed (Metadatenbank mit medizinischen Artikeln) und Doi (Digital Object Identifier) suchen und direkt als Titeleintrag abspeichern. Citavi zieht alle nötigen Informationen (Autor, Titel, Zeitschriftenname etc.) – sofern dort hinterlegt – direkt aus dem Internet. Die verwaltete Literatur ist über ein gemeinsames Laufwerk im Team nutzbar und ermöglicht so die kollaborative Zusammenarbeit von Forschungsgruppen. Außerdem lässt sich die Literatur unkompliziert verschlagworten und kategorisieren. Artikel können in Form von PDFs an den Literatureintrag anhängt und umfangreich bearbeitet werden. Zitate können daraufhin aus ihnen entnommen, systematisch geordnet und mit eigenen Gedanken und Kommentaren verbunden werden. Citavi arbeitet mit den meisten Textverarbeitungsprogrammen, wie beispielsweise Word und LaTex, zusammen und integriert per Klick die gesammelten Zitate, Gedanken und Quellennachweise in den Text. Gleichzeitig erstellt das Werkzeug automatisch ein Verzeichnis der zitierten Literatur gemäß des ausgewählten Zitierstils. Citavi hat jedoch auch einige Nachteile: Es wird nur von Windows-Betriebssystemen unterstützt und kann nicht über mobile Endgeräte wie Handy verwendet werden. Außerdem ist die Literatur nur lokal über einen Rechner verfügbar, da es von Citavi keine webbasierte Version gibt. Trotz dieser Schwächen lässt sich mit Citavi effektiv, effiziert und zufriedenstellend arbeiten.

EndNote bietet die gleichen Möglichkeiten wie Citavi endnote.png(Organisation von Literaturinhalten, kollaborative Zusammenarbeit, Verschlagwortung und Kategorisierung von Literatur, Wissensorganisation, Verknüpfung mit Textverarbeitungsprogrammen, automatische Erstellung eines Literaturverzeichnisses), hat aber zusätzlich die Vorteile, dass die Literatur sowohl lokal als auch online mittels der Webversion zur Verfügung steht und Mac OS geeignet ist. Ein großer Kritikpunkt ist die Nutzeroberfläche dieses Werkzeugs. Da sie nicht intuitiv ist, erfordert EndNote eine intensivere Einarbeitung als zum Beispiel Citavi. Aber auch hier stehen uns gute Tutorials zur Verfügung. Abschließend lässt sich jedoch sagen, dass EndNote trotz des Mehraufwands zu Beginn der Nutzung ein guter Unterstützer bei der Bewältigung von Literaturmassen ist.

Das dritte Werkzeug ist Zotero. Hierbei handelt es sich zotero_logoum ein frei verfügbares Programm zur Literaturverwaltung (bis 300 MB Speicherplatz kostenlos). Aufgrund der einfachen Handhabung und nutzerfreundlichen Oberfläche lässt sich die Einarbeitungsphase schnell überwinden. Mit Zotero können die gängigen Funktionen eines Literaturverwaltungsprogramms vergleichbar mit Citavi und EndNote durchgeführt werden, zusätzlich ist aber auch eine Freigabe der Literatur an Externe möglich. Hierbei wird zwischen den drei Gruppentypen Privat (Zotero-Mitglieder, die ihre Arbeit nur untereinander teilen möchten), Öffentlich, aber geschlossene Mitgliedschaft (Gruppe, die ihre Mitglieder selbst bestimmt und Arbeit öffentlich präsentieren) und Öffentlich (Gruppe ist öffentlich zugänglich, jeder kann teilnehmen und Bibliothek der Literatur einsehen) unterschieden. Zotero wird sowohl von Windows- als auch MacOS- und Linux-Betriebssystemen unterstützt und bietet die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit anderen, da es nicht nur lokal verwendet werden kann, sondern auch als Webversion verfügbar ist.

Neben Citavi, EndNote und Zotero stehen noch weitere Werkzeuge wie zum Beispiel Colwitz, Mendeley und RefWorks zur Verfügung. Da die Anforderungen an das eigene Werkzeug individuell unterschiedlich sind, lohnt es sich, sie zu vergleichen und mehrere auszuprobieren. So findet ihr das für euch passende Werkzeug, das euch beim Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten unterstützt.

3) Social Bookmarking

Hinter dem Begriff Social Bookmarking (dt. „soziale Lesezeichen“) versteckt sich neben Altbekanntem auch Neues. Wer eine interessante Website im Internet findet und sie sich für zukünftige Zugriffe abspeichern möchte, kann für die Website ein Lesezeichen im Browser erstellen. Diese lassen sich in einer Ordnerstruktur im Browser organisieren und (teilweise umständlich) verwalten. Doch was kann ich machen, wenn ich eine Website finde, die ich sowohl abspeichern als auch mit meiner Umwelt teilen möchte? Hier kommen sogenannte Social Bookmark-Portale als Werkzeuge des Wissensmanagements zum Einsatz. Dabei spielen zwei Aspekte, die im Folgenden näher erläutert werden, eine wichtige Rolle.

1. Aspekt: Bookmarking beschreibt das Anlegen, Speichern und Verwalten von Internet-Lesezeichen auf dem Server eines Bookmark-Portals. Bei den Bookmarks handelt es sich um Links zu Websites, Blogs, Artikeln, Videos u.v.m., die für den Nutzer von individuellem Interesse sind. Durch das Ablegen der Lesezeichen auf dem Portal besteht die Möglichkeit eines weltweiten Zugriffs auf die gesetzten Lesezeichen, sodass auch bei einem Defekt am eigenen Rechner alle Lesezeichen erhalten und verfügbar bleiben. Zusätzlich können sie mit Schlüsselwörtern / Schlagwörtern, sogenannten Tags, versehen, und mithilfe einer individuellen Kategorisierung unkompliziert verwaltet werden.

2. Aspekt: Aufgrund der Speicherung der Bookmarks auf einem Server beziehungsweise in der Cloud, können Lesezeichen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Durch das Teilen interessanter Themen mit anderen Nutzern ergibt sich der Social Teil der Verwaltung von Lesezeichen. Außerdem hat man, abhängig von der Freigabeeinstellung, einen Zugriff auf die Bookmarkingsysteme anderer Nutzer, deren Seiten auch abonniert werden können. Neben dem Teilen und Taggen von Bookmarks ist auch die Kommentierung und Bewertung durch die Community, sprich die anderen Nutzer des Portals, möglich. Dies schafft eine intensive Vernetzung von Portalmitgliedern. Die Relevanz der Bookmarks richtet sich nach der Verschlagwortung, sprich den Tags, und Bewertung durch die Community.

Vor- und Nachteile von Social Bookmark-Portalen

Social Bookmarking und deren Portale bieten zahlreiche Vorteile. Durch die übersichtliche Verwaltung der Bookmarks wird das Management des persönlichen Wissens stark vereinfacht. Das Ablegen der Lesezeichen im Internet (und eben nicht wie vorher lokal im Browser) ermöglicht einen weltweiten Zugang zu ihnen und die Vernetzung mit anderen Nutzern. Durch das Abonnieren von anderen Nutzern bekommt man gebündelte Informationen zu den eigenen Interessen und kann diese Lesezeichen zusätzlich in die eigene Linksammlung übernehmen. Die Social Bookmarking Anbieter sind kostenlos, fordern jedoch manchmal persönliche Angaben wie Geburts- und Adressdaten. Generell ist davon abzuraten, (zu viele) persönliche Informationen im Netz zur Verfügung zu stellen. Zudem gibt es keine einheitliche Benennung und Zuordnung von Kategorien und Schlagwörtern. Dies kann zu Verwirrungen und Komplikationen beim Suchen von Themen führen.

Welche Social Bookmarking Anbieter gibt es?

Bei fast allen Anbietern muss vor der Nutzung des Portals eine kostenlose Registrierung und Anmeldung erfolgen. Wie bereits geschildert werden hierbei unterschiedliche viele Informationen abgefragt. Daraufhin können Bookmarks abgelegt, getaggt und bewertet und Schlagwörter vergeben und übergeordnete Kategorien erstellt werden.

Ein Beispiel für ein Social Bookmark-Portal ist das englischsprachige Delicious, das 2003 unter dem Namen del.icio.us  begann undelicious-logod mittlerweile zu den größten Unternehmen seiner Art zählt. Die Anbieter werben mit dem Slogan „Dishout your bookmarks to friends. And see what others are sharing with you.” und treffen somit sehr gut das Konzept hinter Social Bookmarking. Beliebte Links werden schmackhaft präsentiert und mit den Mitmenschen geteilt. Zusätzlich ist man immer „up to date“ und weiß, welche Informationen, Themen und Interessen gerade im Netz angesagt sind. Delicious ist neben der Rechneranwendung als App für Smartphones und Tablets verfügbar.

Digg ist ein weiteres Portal zur Verwaltung von Social Bookmarks. Es digg_logo.pngzeigt große Ähnlichkeit zu Delicious, da gleiche Funktionen möglich sind. Ein wichtiger Unterschied ist jedoch, dass bei digg Artikel und Kategorien bereits vor der kostenlosen Registrierung und Anmeldung gesucht und gelesen werden können. Erst das Ablegen eigener Bookmarks erfordert ein Anmelden. Das Konzept von digg ist einfach: Je mehr „diggs“ ein Link hat, desto beliebter ist er. Nur die Links mit den meisten „diggs“ schaffen es auf die Startseite oder auf die oberen Plätze in einer Kategorie und werden dadurch besonders häufig angeklickt.

Suchmaschinenoptimierer und die Anfälligkeit von Portalen gegenüber Spamlesezeichen

Wir erinnern uns: Suchmaschinen bewerten unter anderem die Anzahl von Verlinkungen einer Website. Vereinfacht ausgedrückt lässt sich sagen, dass je mehr eingehende Links einer Website bestehen, desto höher ist ihre Linkpopularität und dementsprechend die Gewichtung in der Rangfolge von Websites. Nun stellt sich die Frage, ob das Speichern von Links in Form von abgelegten Lesezeichen auf den Social Bookmark-Portalen einen Einfluss auf das PageRanking von Websites hat, da diese die Anzahl der eingehenden Links einer Website erhöhen.

In der Vergangenheit ist es tatsächlich dazu gekommen, dass auf Social Bookmark-Portale übermäßig viele Links zu Websites eingetragen worden sind, um unter Anderem das PageRanking bei Suchmaschinen zu verbessern. Als dabei der eigentliche Gedanke hinter den Portalen in den Hintergrund trat, reagierten die Betreiber der Portale mithilfe von Nofollow-Attributen. Das Setzten dieser Attribute auf Links teilt den Crawlern der Suchmaschine mit, dass sie diesem Link nicht folgen müssen oder dürfen. Dadurch verloren die Social Bookmark-Portale an Bedeutung für Suchmaschinenoptimierer.

Trotzdem besteht weiterhin die Gefahr des Missbrauchs dieser Portale. Im Rahmen von Data Mining (dt. Datengewinnung) und Webintelligenz gewannen Social Bookmarkingsystem in der Forschung im Laufe der Jahre an Bedeutung. Sie stellen die Interessen von Millionen Menschen dar und liefern einen großen Umfang an Informationen zu Lesezeichen- und Schlagwortmustern, sprich zu Bookmarkingverhalten. Um diese Verhaltensmuster im Bookmarking und insbesondere die Anfälligkeit gegenüber Spamlesezeichen zu untersuchen, analysierten Wetzker, Zimmermann und Bauckhage (2008) fast 150 Millionen Lesezeichen des Anbieters del.icio.us. Unter Spam verstehen die Autoren unter anderem Links, die häufig vorkommen wahrscheinlich durch automatische Mechanismen als Lesezeichen abgelegt werden. Das erhöhte Vorkommen dieser Spamlesezeichen hat zur Folge, dass die Wahrscheinlichkeit des Ablegens dieser Lesezeichen durch andere Nutzer ansteigt.

Wetzker et al. (2008) konnten zeigen, dass lediglich eine geringe Anzahl der del.icio.us Nutzer für die Mehrheit an Beiträgen verantwortlich war. Zweiundzwanzig Prozent aller Bookmarks des Portals sind auf die Top 1 Prozent Nutzer, sprich die aktivsten, zurückführbar, während die Top 10 Prozent Nutzer mehr als 60 Prozent der Websites geteilt haben.

Zusätzlich fanden die Autoren fundierte Belege für den Einfluss von Spamlesezeichen auf das Bookmarkingverhalten der del.icio.us Nutzer. Eine Analyse der 20 aktivsten Nutzer ergab, dass 19 von ihnen Zehntausende von Links, die alle auf nur wenige Websites weiterleiteten, geteilt haben. Es zeigte sich zusätzlich, dass es sich bei dem Verhalten diesen 19 Nutzer anscheinend nicht um menschliche Aktivitäten gehandelt hat, sondern automatische Mechanismen für das Bookmarkingverhalten verantwortlich waren. Das Spamverhalten der einzelnen 19 del.icio.us Nutzer unterschied sich zudem voneinander. Während ein Nutzer alle seine 7880 Lesezeichen, die auf die gleiche Website verwiesen, mit denselben sechs Tags versah, verwendete ein anderer Nutzer pro Lesezeichen mehr als 100 Tags. Die Autoren vermuten, dass hierbei das Lenken der Aufmerksamkeit auf mehrere verwandte Quellen beabsichtigt wurde. Des Weiteren fanden Wetzker et al. (2008) Tausende von Lesezeichen, die gleichzeitig innerhalb weniger Minuten hochgeladen worden sind. Eine Kombination der soeben genannten Arten von Spam konnte ebenfalls in der Analyse entdeckt werden.

Die Autoren schlussfolgern, dass das Vorliegen von Spamlesezeichen in der Analyse von Mustern des Bookmarkingverhaltens berücksichtigt werden muss, um reliable Ergebnisse zu erlangen. Dafür ist eine intensive Filterung der zu verwendenden Informationen notwendig, was jedoch technisch aufwändig ist und gegebenenfalls zu mehrdeutigen Ergebnissen führen kann. Deshalb schlagen Wetzker et al. (2008) das Konzept der Aufmerksamkeitsdiffusion vor, die dabei hilft den Einfluss von Spam auf die Verteilung von Tags zu reduzieren, wodurch eine Filterung nicht mehr zwingend notwendig ist. Die Aufmerksamkeit eines Tags wird definiert durch die Anzahl der Nutzer, die den Tag innerhalb einer bestimmten Zeitspanne verwenden. Dementsprechend zeigt sich die Diffusion eines Tags in der Anzahl der Nutzer, die diesen Tag zum ersten Mal benutzen. Dadurch ist man in der Lage, die Wichtigkeit eines Themas durch die Fähigkeit, das Interesse neuer Nutzer zu gewinnen, zu messen. Gleichzeitig ist der Einfluss der einzelnen Nutzer limitiert, wodurch alle Nutzer als gleich relevant angesehen werden. Spamverhalten kann so effizienter als solches erkannt und bei der Analyse der interessierenden Verhaltensmuster berücksichtigt werden.

Take Home Messages

  1. Es gibt gute Alternativen zu Google als Suchwerkzeug – probiert sie aus!
  2. Literaturverwaltungswerkzeuge helfen uns dabei, nicht in der Flut von Literatur zu versinken!
  3. Social Bookmarking als Werkzeug zum Management von Lesezeichen und Möglichkeit des weltweiten Austauschs hält uns auf dem neusten Stand des Geschehens im World Wide Web!

 

Literatur

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Kuny, T. & Cleveland, G. (1998). The Digital Library: Myths and Challenges. IFLA journal, 24, 107–113.

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Musiat, J.; Walzel, A.V.; Wenzel, Ch. (2015). Literaturverwaltungsprogramme im Überblick. SLUB Dresden. Zugriff am 27.11.2016 unter https://www.slub-dresden.de/…/Literarturverwaltungsprogramme_im_Überblick.pdf

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Bildquellen

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Delicious: http://upcity.com/wp-content/uploads/blog/2015/01/delicious-logo.png

Digg: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/18/Digg-new.svg/2000px-Digg-new.svg.png

DeuSu: https://deusu.de/images/logo9b.png

EndNote: http://endnote.com/sites/en/files/m/img/og7.png

Google Scholar: http://www.ijasrd.org/in/wp-content/uploads/2015/02/6a00d8341c4eab53ef017ee55622e6970d-800wi.jpg

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Zotero: https://www.zotero.org/static/download/zotero_logo.png

 

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  1. Pingback: Sammeln und Strukturieren – Bewältigung der Informationsflut mithilfe von Verzettelungstechnik und Mapping-Verfahren | Denkwerkzeuge im Wissensmanagement

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