Wissensmanagement

„Wissen ist Kapital, Wissensmanagement bringt Ordnung ins Chaos“.

Die Komplexität der Globalisierung stellt Unternehmen vor neuen Herausforderungen.
In der heutigen Zeit, ist der Wettbewerb globalisiert und fokussiert durch Internationale Netzwerke, aber auch durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien.
Merkmalsträger erfolgreicher Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe Produkt- und Prozessqualität aus sowie durch ein rationelles Strategiesystem, welches sich durch die Charaktere der Kundenorientiertheit, der Kostenstabilität und Risikominimierung auszeichnet.
Um diese Herausforderungen meistern zu können, wird ein Wissensmanagement angewendet, um die Qualität der vorhandenen Ressourcen zu sichern, weiterzuentwickeln und um sich der Innovation anzupassen. Betriebliche Informations- und Kommunikations-prozesse werden im Wissensmanagement genau analysiert und optimiert.

Dieser Artikel weißt die wesentlichen Merkmale, Aufgaben und Ziele des Wissensmanagements auf und zentralisiert diese, damit die unterschiedliche Herangehensweise, wie Wissen verarbeitet und für zukünftige Prozesse angewandt wird, gezeigt werden kann. Abschließend wird das Wissensmanagement an einem praxisorientierten Beispiel, den Wissensbausteinen von Probst et al. (1997), dargestellt.

Was ist ein Wissensmanagement und wofür braucht man es?

Wissen ist heute der wichtigste Produktionsfaktor, denn wissensbasierte Wirtschaftszweige zeigen das höchste Wachstum auf. Allgemein kann man zusammenfassen, dass sich das verfügbare Wissen alle 5-7 Jahre verdoppelt. Täglich werden etwa 20.000 Publikationen veröffentlicht und zum jetzigen Zeitpunkt arbeiten so viele Wissenschaftler, wie zusammengenommen in den letzten Zweitausendjahren.
Wenn man nun den Aspekt betrachtet, dass für Unternehmen das Wissen die wichtigste Ressource ist, die sich durch Teilung maximiert, dann wirft dieser Aspekt Fragen auf, inwiefern das wertvolle „Gut“ ausbaubar, gesichert und vor alle für alle nutzbar gemacht werden kann.

Der Aufgabenkomplex des Wissensmanagements in Unternehmen setzt sich wie folgt zusammen: Eine regelmäßige Administration soll die Erfassung, Pflege und Verfügbarkeit von unternehmenskritischen Wissensbeständen, Informationen und Daten gewährleisten und allen Mitarbeitern zugänglich sein.
Die daraus abzuleitende Zielsetzung ist es also, das individuelle Wissen dem Unternehmen dauerhaft verfügbar zu machen und das im Unternehmen vorhandene Wissen optimal zu nutzen, um die Eigenleistung des Unternehmens zu erhöhen. Dazu muss eine Transparenz von internem und externem Wissen geschaffen werden, um das vorhandene Wissen so zu sichern, dass der Know-how Wissensverlust bei Fluktuation verhindert werden kann.

Die Historie des Wissensmanagements?

Unsicher ist man sich darüber, wo genau sich die ersten Wurzeln des systemischen Wissensmanagements finden lassen, da mehr als eine Disziplin den Anspruch erhebt die erste gewesen zu sein. Dennoch lassen sich erste Grundgedanken bereits in den 60 er Jahren finden. In sozialwissenschaftlichen Publikationen werden die sich wandelnde Gesellschaft und die damit verbundenen ökonomischen Zusammenhänge diskutiert. Frühe Konzepte der 70er Jahre stellten den Zusammenhang dar, dass eine gute Entscheidungsqualität nur gewährleistet werden kann, sofern der Informationsträger möglichst früh mit der gewünschten Information versorgt wird.
Mit der Abkehr der traditionellen Organisationsform und den Hinblick auf die lernende Organisationsform, kam es Mitte der 80er Jahre zu der Begriffsentstehung des Wissensmanagements. Die zentrale Aufgabe des Wissensmanagements ist von nun an der Umgang mit Informationen und dem primär expliziten Wissen. Seit den 90er Jahren wird Wissen als strategische Ressource angesehen.
Wissensmanagement in Unternehmen untergliedert sich in die Dimensionen des strategischen und operativen Wissensmanagements und involviert folgende Faktoren:

  • Menschen
  • Daten
  • Systeme
  • Strukturen
  • Abläufe

Was aber ist Wissen?

Einig ist man sich nur darüber, dass Wissen mehr als nur Information ist, denn Wissensgehalte entstehen erst, wenn Informationen sinnvoll verknüpft werden.
Der sprachliche Umgang mit den Begriffen „Daten“, „Information“ und „Wissen“ ist oft nicht klar definiert. Besonders die Begriffe „Daten“ und „Informationen“ werden oft als Synonyme verwendet.

Wie grenzt man diese Begriffe sinnvoll ab?

Wissen:

  • Entsteht durch Denken
  • Es ist eine logisch funktionale Verknüpfung von Informationen
  • Interpretierbare Aussagen

Informationen:

  • Sind Bündel von Daten in einer verhältnismäßigen Struktur
  • Neutral, enthalten keine Wertung
  • Beispiel: Heute sind in Berlin, am 01.11.2015, um 17.32 Uhr, 7 Grad im Schatten.

Daten:

  • Sind symbolische Abbildungen von Sachverhalten
  • Kleine Beobachtungsterme und damit die kleinsten nicht mehr zerlegbaren Bestandteile
  • Beispiel: Datumangabe, Temperaturwert

Wissenspyramide

Welche Unterscheidungen von Wissen gibt es?

Hinsichtlich der Sachdimension des Wissensmanagements stellt sich oft die Frage, welches Wissen relevant für das Wissensmanagement sein könnte. Es gibt eine Vielzahl von Wissensarten, beispielsweise das Kollektive und Individuelle, das Externe und Interne, aber auch das implizite und das explizite Wissen. Die Differenzierung der beiden letztgenannten ist eines der zentralen Elemente des Wissensmanagements und werden daher näher erläutert.

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Insbesondere das explizite Wissen ist für Unternehmen ein wertvolles „Gut“, da nur reproduziertes, kommuniziertes Wissen wirksam werden kann. Die Herausforderung des Wissensmanagements besteht in der Umwandlung des implizierten Wissens in das explizierte Wissen. Die beiden komplementären Wissensarten lassen sich in folgenden Kernpunkten unterschieden:

Explizites Wissen:

  • Vom Wissensträger trennbar
  • Vermittlung ohne persönlichen Kontext
  • Direkte, einfache Vermittlung
  • Wissen ist artikulierbar und formal
  • Aneignung anhand von Theorien, Datenbanken, Lexika oder Plänen
  • Wenig Machtimplikation

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Implizites Wissen:

  • Ist das verborgene Wissen
  • Ist nicht direkt artikulierbar
  • Aneignung durch individuelle Erfahrung, Fertigkeiten und Einstellungen
  • Vermittlung durch persönlichen Kontakt
  • Wird geteilt durch Demonstration
  • Viel Machtimplikation

Praxisorientiertes Beispiel des Wissensmanagements:
Die Wissensbausteine ( Probst et al. (1997)

Die Wissensbausteine von Probst, Raub & Romhardt ist ein praxisorientierter Ansatz der erstmalig im Jahre 1997 bekannt wurde. Dieser Ansatz dient der Konkretisierung von Wissensproblemen in Organisationen. Probleme und Handlungsoptionen können anhand des besseren Verständnisses der einzelnen Aufgabenbereiche besser verstanden werden. Dieses Modell der Wissensbausteine schließt die drei Elemente „Organisation“, „Individuum“ und die „Gruppe“ ein und ist unmittelbar wissensbezogen.

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Es besteht aus einem inneren und einem äußeren Kreislauf, der aus insgesamt acht Bausteinen besteht, die die möglichen Interventionsmaßnahmen im Wissensmanagement repräsentieren. Der äußere Kreislauf bildet den typischen Managerprozess ab und beinhaltet die strategischen Bausteine der Wissensziele und der Wissensbewertung. Der innere Kreislauf, ist der operative und befasst sich demnach mit der strukturierten Umsetzung der Problemlösung im Umgang mit der Ressource Wissen. Der operative Kreislauf enthält die Bausteine der Wissensidentifikation, Wissenserwerb, Wissensentwicklung, Wissensverteilung, Wissensbewahrung und den der Wissensnutzung. Die folgende Übersicht zeigt, welche Implikationen die jeweiligen Bausteine aufweisen und welche möglichen Instrumente der Umsetzung dienen könnten.

Äußerer strategischer Kreislauf:
Wissensziele: Die Aufgabe ist es, Wissen zu identifizieren, transparent und bewertbar zu machen, indem dieses aus den Geschäftsprozessen und den Strategien abgeleitet und hinsichtlich der Relevanz geprüft wird. Wissensziele sind richtungsgebend und werden am Anfang konzipiert und dienen der Grundlage für die weitere Planung und Kontrolle.
Mögliches Instrument: Informationsbedarfsanalyse

Wissensbewertung: Bei diesem Baustein geht es abschließend um die Kontrolle, inwieweit die anvisierten Ziele aller Ebenen erreicht wurden.
Mögliche Instrumente: Wissensbilanz, Kundenbefragung

Innerer operativer Kreislauf:
Wissensidentifikation: Es soll an dieser Stelle erfasst werden, welches Wissen intern wie extern überhaupt vorhanden ist. Wer sind die Experten/Wissensträger? Wo sind sie zu finden? Welche Fähigkeiten liegen vor und welche Schlüsse kann man aus bisherigen Erfahrungen ziehen? Wo und wie werden Wissensquellen gespeichert und welche Technologien werden benutzt?
Mögliches Instrument: Wissens- Mapping der einzelnen Abteilungen

Wissenserwerb: An dieser Stelle wird der Import von Wissen aus externen Quellen gezielt verfolgt, um die Wissensbasis einer Organisation zu stärken und Wissenslücken zu füllen. Das können z.B. Spezialisten oder auch andere Unternehmen sein.
Mögliche Instrumente: Regionale Netzwerke, Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen

Wissensentwicklung: Die Aufgabe ist es, das individuelle und kollektive Wissen zu fördern; neue Ideen und Fähigkeiten sollen erarbeitet werden, aber auch die Optimierung von Prozessen und die Entwicklung neuer Produkte.
Mögliche Instrumente: Systematische Einarbeitung, Mentoring

Wissensverteilung: Das ist eine Kernaufgabe im Wissensmanagement, die sehr häufig unterschätzt wird. Technische und organisatorische Strukturen müssen so konstruiert werden, dass der Wissensgewinn maximiert und das Wissen gesichert wird. Das Kernelement dieses Wissensbausteinens ist die optimale Umverteilung von Wissen an einzelne Organisationsmitglieder.
Mögliche Instrumente: Regelmäßige Teambesprechungen, Expertennetzwerke

Wissensnutzung: Es muss sichergestellt werden, dass das vorhandene Wissen auch angewendet wird. Denn Wissen produktiv zu nutzen bedeutet, Wissen in Entscheidungen und der Produktentwicklung mit einfließen zu lassen. Die größte Herausforderung ist es also, die Kluft zwischen Wissen und Handeln mit Hilfe der Transformation zu schließen.
Mögliches Instrument: Firmenwiki

Wissensbewahrung: Wissen muss selektiert, dokumentiert und aktualisiert werden. Ziel ist es, das Prozesswissen, die Anwendungserfahrungen, aber auch erfolgreiche Lösungsansätze festzuhalten.
Mögliche Instrumente: Anreizsysteme und Zielsysteme erschaffen, Nachfolgemanagement

Literatur:

Bundesamt für Gesundheit (2006). Evidence- based Public Health. Abrufdatum: 24.10.2015.http://www.henet.ch/ebph/06_informationssuch/informationssuche_061.php

Der Wirtschaftsingenieur (2008). Abrufdatum: 23.10.2015. http://www.der wirtschaftsingenieur.de/index.php/wissensmanagement/

Eureka Impulse (2002). Was ist Wissensmanagement? Abrufdatum: 23.10.2015. http:// http://www.koblank.de/ideethek/d_wissmann.pdf.

Lehner, L. (2012). Wissensmanagement. München: Carl Hanser
Weggeman, M. (1999). Wissensmanagement. Bonn: MITP

Wissensmangement im Sozialmarkt (1999). Wozu Wissensmanagement? Abrufdatum: 24.20.2015.http://www.soziales-wissensmanagement.de/index.php?id=35

Forschungsinstitut Betriebliche Bildung. Wissensmanagement eine Richtung geben. Abrufdatum: 23.10.2015.http://http://qib.f-bb.de/wissensmanagement/wie/wissensziele/wissensziele.rsys

Institute of Creative Decision (2007). Wissensmanagement. Abrufdatum:23.10.15.http://creative-decision.com/wissen/wissen-details/beitrag/2010/0/09/wissensmanagement-was-ist-das-eigentlich.html

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2 Gedanken zu „Wissensmanagement

  1. Pingback: Wissensmanagement und Wissensmanagement-Technologie | Denkwerkzeuge im Wissensmanagement

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