Zusammenfassung

Aufgrund meiner persönlichen Lebenssituation komme ich immer mal wieder zu spät. So auch hier bei der Themenvergabe. Übrig war nur dieses Thema – Zusammenfassung.

Ohne Vorgaben, Literatur oder die Variante vom letzten Jahr – alles in allem also ziemlich undankbar – schien mir.

Womit wir uns im Seminar beschäftigt haben und was wir gelernt haben – mit diesem Richtungshinweis fange ich an zu arbeiten.

Eines der ersten Themen war Wissensmanagement. Warum? Weil wir uns hier mit Möglichkeiten der Bearbeitung von Wissen beschäftigen wollten – mit Denkwerkzeugen. Und weil Wissensmanagement allen Phasen im Lebenszyklus von Wissen zugrunde liegt. Ob es um Entstehung, Speicherung, Transfer oder Anwendung geht, immer braucht es Wissensmanagement, um Information optimal nutzen zu können.

In Unternehmen ist es ein entscheidender Wettbewerbsfaktor, weil Wertschöpfung in großen Teilen auf dem Erwerb, der Erzeugung und der Veränderung von Wissen beruht. Persönliches Wissensmanagement wiederum stellt eine individuelle, im besten Falle selbstreflektierte Form der Arbeits- und Zeitorganisation dar, die uns helfen kann, aus der überbordenden Menge an Information, die täglich über uns hereinbricht, das Notwendige und Nützliche zu filtern und zu gebrauchen.

Im Seminar haben wir uns überwiegend mit modernen Technologien befasst, die den Umgang mit Wissen erleichtern sollen – den Denkwerkzeugen – und uns dabei von Werkzeugen, die der Aufbereitung, Speicherung und dem Abruf von Wissen dienen über die Anwendung bis hin zur Entstehung und Entwicklung neuer Werkzeuge vorgearbeitet.

Immer wieder kam es dabei zu Diskussionen um freien oder reglementierten Zugang zu Wissen, und aus Anlass der NSA-Affäre auch um Datenschutz. Ob es nun der weitreichende Zugriff auf persönliche Daten durch staatliche Organisationen oder aber deren steuernde Nutzung durch Firmen wie z.B. google war, Konsens war, dass diese Art der extensiven Ausbeutung von Information für jeden von uns bedrohlich ist. Weniger reflektiert wirkte dagegen die Auseinandersetzung mit der eigenen, häufig naiven Nutzung moderner (Handy-)Technik, die ohne grosse Widerstände zu erzeugen, schon lange mit Hilfe ähnlicher personenbezogener Daten (Surfverhalten, demographische, geographische Daten, etc.) umfangreich akzeptierte Dienste anbietet. Und nicht nur das – mit der Einwilligung in die Endnutzer-Einverständniserklärung, der alle Nutzer eine App zustimmen müssen, gibt man das Recht an seinen Daten freiwillig auf!

Wissen ist Macht – das wissen außer uns auch noch andere und wenn wir unbeschränkten Zugang zu Informationen einfordern, fällt es schwer, in der Empörung darüber, das andere das genauso sehen, keine Blauäugigkeit zu sehen. Konsequenterweise wurden im Seminar die meisten Werkzeuge auf ihre Sicherheit hin kritisiert. Und wenn auch der Wunsch nach Schutz von Privatsphäre oder Urheberrecht durchaus verständlich ist, erscheint es wenig sinnvoll, ausgerechnet den auch bei uns nicht unerheblich anfallenden Datenmüll so akribisch schützen zu wollen, dass wir ein brauchbares Programm dann eher gar nicht nutzen würden.

Ein bisschen ist es wie mit BSE – ist das Thema einmal hochgekocht, schafft es verständliche, aber fehlgeleitete Ängste. Es könnte uns auch treffen, aber da wir keine Rindviecher sind, ist es ausgesprochen unwahrscheinlich.

Jeglicher Umgang mit Information unterliegt immer einem sogenannten Gatekeeping. Ursprünglich meinte das den Einfluss der klassischen Massenmedien auf die Selektion von Information. Was sollte der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden und was besser verschwiegen?

Aktuell angepasst heisst das nicht anderes, als das immer und überall im Lebenszyklus von Wissen irgendjemand Entscheidungen darüber fällt, welche Art von Information gefiltert, reduziert oder modifiziert wird. Zum einen erleichtert das den Zugriff auf Wissen, bessere Orientierung und damit Nutzung. Aber behindert eben auch, weil nur bestimmtes Wissen transportiert wird und anderes sogar verloren geht.

Ein Beispiel: An deutschen Universitäten wird nur noch Verhaltenstherapie gelehrt, Psychoanalyse oder Tiefenpsychologie gibt es in den Lehrplänen kaum noch, obwohl es sich um kassenzugelassene Therapieverfahren handelt.

Was für Faktoren beeinflussen die Entscheidung über Input und Output von Information?

Da wäre zum einen – Vorwissen: Um mir weiteres Wissen nutzbar zu machen, muss ich meistens bereits über Wissen verfügen. Ich muss lesen können, um ein Buch zu entschlüsseln. Die Bedienung eines Programms muss mir vertraut sein, damit ich es anwenden kann.

Weiterhin wichtig – Technik: Technische Voraussetzungen entscheiden über Menge und Art von Information, die bearbeitet werden kann. Ohne Computer auf halbwegs neuestem Stand können bestimmte Programme gar nicht mehr genutzt werden.

Nicht zu vergessen – materielle Mittel: Man braucht Geld, um die neueste Technik oder ausgebildete Mitarbeiter bezahlen zu können. Wenn ich nicht über die neueste Technik, das aktuellste Smartphone oder die angesagtesten Programme verfüge, kann ich an einem guten Teil gesellschaftlichen Lebens schon nicht mehr teilhaben.

(Das zementiert eine 2-Klassengesellschaft – die, die sich a) neueste Technik leisten können und b) damit auch umgehen können und die, die es nicht können. Moderne Technologie diskriminiert ältere Menschen und Menschen mit geringem Einkommen.)

Folgenschwer – Interessen: Jeder hat eine Meinung dazu, was er für richtig oder falsch, wichtig oder unwichtig hält – nicht nur google. Und jeder von uns hat Absichten – eine alltägliche ist: Gewinnmaximierung.

Wahrscheinlich entscheidend – Zeit: Aufbereitung, Konsum, Verifizierung, etc. von Information – alles kostet Zeit, die wir im Zweifel nicht haben und die wir auch nicht verschwenden wollen.

Wie dieses umfangreiche Blog zeigt, wurden im Seminar Werkzeuge vorgestellt, die – nützlich für Studenten – das Suchen, Sammeln und Strukturieren von Information (> Speicherung/Abruf) erleichtern sollen, z.B. Suchmaschinen oder Zitierprogramme. Außerdem wurden moderne Möglichkeiten der Kommunikation, Koordination und Kooperation (>Transfer) innerhalb von Arbeitspartnerschaften oder Gruppen erläutert, die von der Dropbox bis zu virtuellen Räumen reichten. Auch für’s Schreiben, Präsentieren und Veröffentlichen (> Anwendung) gibt es moderne Hilfsmittel, wie Textverarbeitungs- und Präsentationsprogramme, Blogs u.ä..

Zum Schluss haben wir uns mit der Entwicklung von Denkwerkzeugen befasst – mit design thinking und Gestaltungskonzepten. Allgemeiner Konsens war, dass dieses Thema das Interessante war, weil wir anschließend gefordert waren, innerhalb einer Kleingruppe einen eigenen Prototypen zu entwerfen. Von nützlich (neues HU-Agnes) bis witzig (Party-App) war alles dabei.

Viele der vorgestellten Werkzeuge stießen zwar auf Interesse bei uns, aber auf wenig Bereitschaft, sie auszuprobieren, geschweige denn tatsächlich konsequent anzuwenden. Woran liegt das?

Diese Frage kann ich zumindest für mich beantworten. Ich bin nicht mehr ganz jung, alleinerziehend, habe 3 noch kleine Kinder, arbeite und versuche mehr oder weniger recht als schlecht, „nebenher“ zu studieren. Mir geht’s also wie vielen – wenig Zeit, wenig Geld, wenig aktuelle Technik, ein paar andere Interessen.

Wie müsste ein Werkzeug aussehen, damit es nicht nur ankommt, sondern tatsächlich genutzt wird?

Es sollte den Wünschen und dem Leben seiner Zielgruppe angepasst sein.

Und damit wären wir beim Thema Usability – auch eines der frühen Themen dieses Seminars. Nur konnte jedenfalls ich am Anfang mit den Inhalten eines Usability-Reviews nicht viel anfangen. Verpackt darin war die Antwort auf oben genannte Frage – was macht ein Werkzeug – locker übersetzt – „benutzerfreundlich“?

Die Definition besagt:

Es sollte effektiv sein – der Aufwand sollte sich in Grenzen halten.

Es sollte effizient sein – der Nutzen sollte eindeutig sein.

Es sollte zufriedenstellen.

Viele der vorgestellten Werkzeuge entsprechen diesen Anforderungen nur teilweise. Vor allem zeitlicher und technischer Aufwand stehen häufig in keinem Verhältnis zum eventuellen Nutzen.

Mir missfällt der ständige Zwang zur Aktualisierung von Inhalten, Abläufen und Technik, der mir ein permanentes Hinterherhecheln abverlangt, das mich nur Zeit, Geld und Nerven kostet und nichts davon spart!

Ich bin alt genug, um hinlänglich obsolete Technik, wie Disketten, Pieper oder gar Faxgeräte zu kennen. Meine Tochter verfügt in ihrem Kinderzimmer über mehr ausgediente Handys als Barbies. Die Halbwertzeit von Technik wird immer kürzer und ich bin froh, mir letztes Jahr nicht habe leisten zu können, was heute bereits wieder out wäre.

Ständige Erreichbarkeit ist für mich kein erstrebenswertes Ziel – und das wichtigste Denkwerkzeug ist immer noch mein eigener Kopf!

Aber – ich weiß ebenso: Wenn ich nicht auf dem Laufenden bleibe – wenigstens von weitem, dann partizipiere ich irgendwann nicht mehr wirklich, sondern „existiere“ als medialer Analphabet nur noch am technischen Rand.

Deshalb werde ich mir einige der vorgestellten Werkzeuge tatsächlich genauer anschauen und vermutlich sogar nutzen.

Und was das undankbare Thema Zusammenfassung angeht – auf diese Weise konnte ich dann doch nochmal zu allem meine Meinung sagen.

interessante links:

http://www.hubert-wagner.de/wissensmanagement.htm (07.03.2014)

http://www.usabilityblog.de/(07.03.2014)

Quellen:

Blogbeiträge Denkwerkzeuge (07.03.2014), abgerufen von: https://denkwerkzeuge.wordpress.com/

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