Social Bookmarking

Definitionen:

„A way to

  • store favorite sites, articles, other information on the Internet,
  • organize that content, and
  • share it with others.

Social bookmarking uses tags[1] or keywords to classify saved bookmarks.

In addition, social bookmarking sites typically allow users to track the most popular bookmarks for a given tag, annotate content, or search for other users with similar interests.

Teachers and students may use social bookmarking for collaboratively sharing relevant information found on the Internet. The ability to access bookmarks from any computer is useful for doing research at home, school, and the library.“

(Greenwood Dictionary of Education)

„With social bookmarking Internet users organize Bookmarks of web resources.

As opposed to bookmarking on one’s own computer, you can share digital resources by publishing the references of the resources online with social bookmarking.

Usually social bookmarks also contain metadata and key words (called tags) so that other users may immediately understand the content of the resource.“

(Encyclopedia of the Sciences of Learning)

Erster Eindruck:

Um einen ersten Eindruck zu bekommen, bietet sich folgendes Video von folkd an: http://www.folkd.com/page/features.html

Vorteile:

Hauptsächlicher Nutzen:

  • Strukturierung und erleichtertes Wiederfinden von Internetseiten
  • Eigenes Informationen/eigenes Wissen mit anderen teilen und kommentieren

„kollaborative Annotation von Inhalten“ (Gross, 2007, S. 122)

Social Bookmarking kann daher als sinnvolles Wissensmanagement-Instrument angesehen werden

Größter  Mehrwert:

Social Bookmarking eignet sich besonders als Hilfestellung für Gruppenarbeiten, bei denen  Internetrecherchen durchgeführt werden, da es die Kommunikation über die gefundenen Internetseiten erheblich erleichtert: Es entsteht gewissermaßen ein Katalog von Internetseiten, die für die Gruppe relevant sind und von den Gruppenmitgliedern strukturiert und kommentiert werden.

Auf diese Weise wird der Aufwand der Internetrecherche geringer und der Nutzen der gefundenen Seiten und somit der Informationsgewinn allgemein gesteigert.

So könnten zum Beispiel die Mitglieder einer Forschergruppe (besonders, wenn diese auf der ganzen Welt verteilt sind, aber auch wenn sie sich am gleichen Ort befinden) ihre gefundenen Artikel über eine Social-Bookmarking-Plattform mit den anderen teilen und kommentieren. Auf diese Weise sind alle Mitglieder stets auf dem aktuellen Stand der Recherche der ganzen Gruppe und können effizienter arbeiten. So würde also eine erhebliche Zeitersparnis und ein deutlicher Mehrwert durch das angewendete Social Bookmarking erreicht werden.

Weitere Vorteile:

  • neue Kontakte mit Menschen ähnlicher persönlicher/beruflicher Interessen knüpfen
  • Zugang von jedem Rechner möglich
  • Kostenlos
  • Privatsphäre-Einstellungen
  • Suche liefert aktuell relevante Ergebnisse (zum Beispiel erhält man bei Suche nach einer bekannten Person nicht zuerst den Wikipedia-Artikel oder eine Biografie – wie es bei herkömmlichen Suchmaschinen in der Regel der Fall ist – sondern aktuelle Ereignisse bezüglich der Person)
  • erleichtert Teamarbeit
  • Bekanntheitsgrad von Website/Firma kann gesteigert werden
  • bei vielen Anbietern auch die persönlichen Bookmarks aus
  • Firefox importierbar

„Global verfügbarer Schlagwortkatalog, der gerade weniger bekanntes Wissen oder Material potenziellen Interessenten zugänglich macht“ (Niedermaier, 2008)

Trotzdem zu wenig Nutzen?

Für diejenigen unter Euch, die das Prinzip von Social Bookmarking zwar an sich gut finden, aber den Nutzen dieser Plattformen trotzdem als zu gering ansehen, empfehle ich das Literaturverwaltungsprogramm Mendeley (http://www.mendeley.com/). Hier ist das Organisieren, Teilen und Kommentieren wissenschaftlicher Artikel, aber auch eigener PDF-Dokumente möglich. Vereinfacht ausgedrückt, verbindet Mendelely Funktionen der Dropbox mit Social Bookmarking.

Ein Überblick über die Möglichkeiten dieser Plattform gibt folgendes Video:           http://www.mendeley.com/features/

Nachteile:

  • Inhalte, die nicht online sind, können nicht hinzugefügt (z.B. Powerpoint-Präsentation)
  • Anmeldung erforderlich
  • Einarbeitungszeit
  • noch eine Anwendung mehr…
  • keine einheitliche Verwendung von Tags
  • verfügen nicht über den Umfang von Webseiten, die herkömmliche Suchmaschinen liefern
  • gerade bei einer Großzahl von gespeicherten Internetseite, wird es in der Regel sehr unübersichtlich
  • grundsätzliches Problem des Datenschutzes und hier insbesondere der Unklarheit, wem das Wissen gehört

Wetzker, Zimmermann, & Bauckhage (2008):

  • wenige User für Vielzahl von Beiträgen verantwortlich
  • anfällig für Spam

Forschungsbefunde bezüglich der Anfälligkeit für Spam:

Aus wissenschaftlicher Sicht sind Social-Bookmarking-Plattformen vor allem aufgrund des großen sozialen Informationsgehalts von Bedeutung: Social-Bookmarking-Plattformen sollten von den Nutzern generiertes Wissen, Kommentare sowie Tags enthalten und daher die Interessen einer Vielzahl von Menschen offenbaren. Inwieweit sie das auch tun, wird im Folgenden erläutert.

Um die Dynamik des Bookmarking-Verhaltens sowie der Vergabe von Tags der Delicious-Nutzer zu untersuchen, haben Wetzker, Zimmermann, und Bauckhage (2008) ungefähr 142  Millionen Bookmarks von etwa 980.000 Benutzern der genannten Plattform analysiert.

Daraus zeigte sich, dass für eine Vielzahl der hier untersuchten Beiträge eine sehr geringe Anzahl von Benutzern verantwortlich war: So teilten 1% der aktivsten Nutzer ganze 22% und 10% sogar 62% aller analysierten Bookmarks.

Zudem fanden sie eindeutige Belege für die hohe Anfälligkeit der Social-Bookmarking-Plattformen gegenüber Spam: Ihre Analyse ergab, dass 19 der 20 aktivsten delicious-Nutzer zehntausende URLs geteilt haben, die alle auf eine kleine Anzahl von Domains zurückgeführt werden konnten und es sich demnach offensichtlich nicht um menschliche Eingaben, sondern automatische Mechanismen gehandelt hatte.

Die Art des Spams war unterschiedlich: Während ein Benutzer alle seine ungefähr 7800 Bookmarks mit den gleichen sechs Tags versehen hatte, die alle auf den gleichen Blog verwiesen, benannte ein anderer Nutzer seine Bookmarks jeweils mit über 100 Tags, offenbar um für die damit verwandte Quelle mehr Aufmerksamkeit zu erlangen. Den Autoren zufolge, gehören zu den  Merkmalen, an denen Spam erkannt werden könnte, also eine sehr hohe Aktivität sowie URLs, die nur zu einer sehr geringen Anzahl von Domains führen. Darüber hinaus ist die Vergabe enorm vieler Tags für einen einzigen Link (um diesen Link für möglichst viele sichtbar zu machen) ein Hinweis auf Spam. Ein weiteres Merkmal ist eine Masse von Links, die innerhalb von Sekunden geteilt wurde, wobei hier auch die Möglichkeit des Imports persönlicher Bookmarks (die auf vielen Plattformen angeboten wird) in Betracht gezogen werden muss. Natürlich können diese Merkmale auch in Kombination auftreten.

Die Autoren schlussfolgerten daraus, dass einer Analyse der dort geteilten Informationen zunächst eine sorgfältige Filterung vorausgehen muss. Um diese möglichst unaufwendig zu gestalten, bieten sie eine Methode zum einfachen Erkennen von Spam an, die sich auf Verwendung von Tags bezieht. Eine einfache Limitierung der verwendbaren Tags auf eine bestimmte Zahl pro Nutzer, wäre laut Koutrika, Effendi, Gyöngyi, Heymann und Garcia-Molina (2007) nicht sinnvoll, da auf diese Weise bestimmte Arten von Spam zwar minimiert werden könnten, aber gleichzeitig auch die positiven Auswirkungen aktiver Nutzer auf die Plattform. Wetzker, Zimmermann, und Bauckhage (2008) entwickelten daher das Konzept der „Aufmerksamkeitsdiffusion“ (diffusion of attention), mit dem Spam automatisch erkannt werden kann: Die Aufmerksamkeit (beziehungsweise die Beliebtheit), die ein Tag in einem bestimmten Zeitraum erhält, wird durch die Nummer der Nutzer, die diesen Tag in diesem Zeitraum verwendet haben, bestimmt. Die Diffusion dieses Tags spiegelt sich in der Anzahl der Benutzer wieder, die diesen Tag zum ersten Mal verwendet haben. Auf diese Weise wird die Wichtigkeit eines Themas an ihrer Fähigkeit, das Interesse neuer Nutzer zu gewinnen, gemessen, wobei alle Nutzer als gleich bedeutsam angesehen werden. So wird der Einfluss einzelner Nutzer begrenzt und Spam kann schneller erkannt werden.

Anbieter:

Tabelle 1: Social-Bookmarking Plattformen inklusive deren Internetadresse, Logo, Gründungsjahr, Gründer, verfügbaren Sprachen und Möglichkeiten der Anmeldung (via E-Mail, Facebook, Twitter und/oder Google+). Klickt auf die Tabelle, um sie schärfer zu machen!

Tabelle1 TabelleSchluss

Literaturverzeichnis:

Collins, J. W., & O’Brien, N. P. (2011). Greenwood Dictionary of Education (2nd Edition). Westport, CT, USA: ABC-CLIO. http://site.ebrary.com/lib/huberlin/Doc?id=10508673&ppg=447

Gross, T. (2007). Computer-supported cooperative work. Oldenbourg Wissenschaftsverlag.

Koutrika, G., Effendi, F. A., Gyöngyi, Z., Heymann, P., & Garcia-Molina, H. (2007): Combating spam in tagging systems. AIRWeb ’07: Proc. of the 3rd int. workshop on Adversarial inf. retrieval on the web, 57–64.

Niedermaier, H. (2008): 
Können interaktive Medien Öffentlichkeit herstellen? 
Zum Potenzial öffentlicher Kooperation im Internet. 
   In: Stegbauer, C., & Jäkel, M .(Hrsg.):

Seel, N. M. Encyclopedia of the sciences of learning. New York: Springer.

Social Software. Formen der Kooperation in computerbasierten Netzwerken. 
Wiesbaden: VS-Verlag, 49-69.

Wetzker, R., Zimmermann, C., & Bauckhage, C. (2008). Analyzing social bookmarking systems: A del.icio.us cookbook, 26–30.


[1] Tags sind hier synonym zu Schlüsselwörter aufzufassen.

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